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Unter diesem Titel fand kürzlich eine besondere Führung in der Flugwerft Schleißheim statt.

Im Rahmen der Führungsreihe „Frauen Technik Wissen“ begaben sich die interessierten Teilnehmerinnen auf eine besondere Reise über Otto Lilienthal und seinen Normal-Segelapparat. Das Restauratoren-Team, bestehend aus Charlotte Holzer, Mathias Winkler und Patrick Goldbach, ermöglichte exklusive Einblicke auf den originalen Gleiter von Lilienthal und erzählte über ihre spannende Arbeit im Restaurierungsatelier.

Otto Lilienthal und sein Normal-Segelapparat

Wenn Vögel fliegen können dann können Menschen das auch! Mit dieser Botschaft wendet sich der Flugpionier Otto Lilienthal an seine Mitmenschen im ausgehenden 19. Jahrhundert. In einer Zeit als die ersten Autos fuhren, erste Glühbirnen brannten und Dampfmaschinen auf Hochtouren liefen, hebt Lilienthal ab. Mit einer flügelartigen Konstruktion beweist er der Menschheit das Fliegen möglich ist. Er baut seine Gleitflieger selbst, dokumentiert seine Arbeit wissenschaftlich und traut sich durch waghalsige Manöver in luftige Höhen. Einer von weltweit fünf erhaltenen Gleitern wird im Deutschen Museum restauriert. Besonders spannend ist die Geschichte, die uns nur dieser Gleiter erzählen kann. Er ist fragmentarisch nahezu unverfälscht erhalten. Sozusagen ein Sonderexemplar, an dem uns spezielle Merkmale Lilienthals Arbeitsweise verraten.

Restaurierung Lilienthal Gleiter

Der originale Normal-Segelapparat von Otto Lilienthal (1848-1896) kam 1904 als erstes Exponat der Luftfahrt-Sammlung ins Deutschen Museum. Der deutsche Ingenieur und Unternehmer erforschte die Prinzipien des Fliegens wissenschaftlich und flog mit seinen Gleitern wiederholt erfolgreiche Flüge. Mit dem Normal-Segelapparat perfektionierte Lilienthal das Design seiner Flugapparate und verkaufte mindestens neun Exemplare weltweit. Das erste Serienflugzeug der Geschichte war entstanden.

Der Lilienthal Gleiter ist für uns heute eine Ikone, weil seine Forschung und die praktischen Flugversuche wegweisend für die Anfänge der Luftfahrt waren. Das Exponat ist fast vollständig im originalen Zustand erhalten und so kann das Restauratoren-Team der „Operation Lilienthal“ die spannende Geschichte am Objekt rekonstruieren.

Er unterscheidet sich von den Lilienthal Gleitern in anderen Museen, die zwar in ihrer dreidimensionalen Form erhalten sind, jedoch durch Reparaturen und Restaurierungen stark verändert wurden. Das Exemplar in München wird daher als historisches Dokument behandelt. Für das Projekt ist der Gleiter nun in einem eigenen Atelier in der Flugwerft Schleißheim untergebracht. Alle Spuren der Objektgeschichte werden sorgfältig dokumentiert, konserviert und für Besucher der neuen Ausstellung erforscht.

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Autor/in

Tatjana Dietl

Tatjana Dietl ist wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Abteilung Luftfahrt und arbeitet derzeit an der Neugestaltung der Ausstellung „Historische Luftfahrt bis 1918“.

Ihr Tipp – In der Ausstellung Historische Luftfahrt in der Galerie ( Ebene 1+) eröffnen wir demnächst ein neues Mitmach-Highlight: den Segelflugsimulator.  Bald kann man im Rahmen einer Vorführung im Simulator Platz nehmen und für einige Minuten selbst zum Segelflieger werden!

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