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Im DNA-Besucherlabor gibt es Schulbuchwissen zum Anfassen: Hier haben Schülerinnen und Schüler die Chance, moderne molekularbiologische Methoden und Geräte auszuprobieren, die im Schulunterricht sonst nicht zugänglich sind. Nun wird der Fortbestand des Kursprogramms durch ein großzügiges Sponsoring des Biotechnologieunternehmens Roche für die nächsten drei Jahre gewährleistet.

Seit 2009 thront das DNA-Besucherlabor in der Eingangshalle des Museums: als futuristische Kugel, die über dem Auditorium schwebt, was ihm auch den Spitznamen „Ufo“ verliehen hat. Von Anfang an wurde das Angebot gut angenommen – bietet es doch die Möglichkeit, Experimente durchzuführen, die im Schulalltag zu kurz kommen oder schlicht aufgrund der hohen Anschaffungskosten der Geräte nicht möglich sind.

Roche als Partner

Für den Betrieb des DNA-Besucherlabors sind wir auf externe Unterstützung angewiesen. Umso mehr freut es uns, eine Größe auf dem Gebiet der Biotechnologie als Partner für unser DNA-Besucherlabor gewonnen zu haben: Roche ist es als weltweit größtes Biotechnologieunternehmen ebenso wie dem Deutschen Museum ein Anliegen, bei Kindern und Jugendlichen das Interesse an Zukunftstechnologien der Medizin und Biowissenschaften zu wecken. Daher wird Wert auf ein großes Engagement in der Förderung von Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT)-Themen gelegt. Gemeinsam wollen wir erreichen, dass ein Besuch im Labor eine Anregung für junge Menschen ist, sich mit naturwissenschaftlichen Fragestellungen auseinanderzusetzen und durch praxisorientierte Laborerfahrungen einen ersten positiven Einblick in die Wissenschaft zu erhalten. Wer weiß, ob aus der ersten Laborluft nicht der Wunsch nach einer naturwissenschaftlichen Ausbildung entsteht? Wir tauschen uns gerne über berufliche Perspektiven aus – im besten Fall ist der Besuch sogar das Sprungbrett für ein anschließendes Praktikum bei Roche in Penzberg, Mannheim oder Ludwigsburg.

Zu Gast im Labor

An drei großen Arbeitstischen können bis zu 18 Wissbegierige experimentieren – wir arbeiten mit Geräten und nach erprobten Laborprotokollen, wie man sie auch im „echten“ Forschungsalltag findet! Wir nutzen beispielsweise Mikroliterpipetten, um die winzig kleinen Flüssigkeitsmengen zu transferieren. Daher beginnt jeder Kurs mit einer ausführlichen Pipettierübung, um sicherzustellen, dass die sensitiven Instrumente während der kommenden Stunde richtig benutzt werden. Denn im Forschungsalltag kommt es auf jeden Mikroliter an!

Ein Rundumschlag wichtiger Labormethoden

Im Labor bieten wir drei Kurse an, die in Theorie und Praxis die Grundlagen für biotechnologische und molekularbiologische Laborarbeit vermitteln: Für Einsteiger ab der 9. Jahrgangsstufe eignet sich besonders der Kurs „DNA-Isolation aus Mundschleimhautzellen“. Nach erprobter Anleitung können alle Teilnehmenden die eigene DNA isolieren und lernen dabei die wichtigsten Grundlagen zu Aufbau und Funktion der DNA. Diese Methode ist Grundlage vieler Forschungsansätze, wichtige Voraussetzung zur Erstellung von Verwandtschaftsgutachten und unerlässlich bei der Aufklärung von Kriminalfällen! Letzteres greifen wir in unserem Kurs „Wer war der Täter?“ auf, für alle Interessierten, die schon etwas mehr wissen oder dieses fortgeschrittene Wissen bei uns erwerben möchten. Zusammen wollen wir einen fiktiven Mordfall aufklären, wofür wir vier verdächtige Personen ins Visier genommen haben. Genutzt werden dabei die PCR-Methode und die Gelelektrophorese zur Auftrennung von DNA. Für alle, die schon immer wissen wollten, wie schnell sich eine Infektion verbreitet, bietet sich der Kurs „Angesteckt!“ an. Am Anfang ist nur eine Person „infiziert“ – wie sieht es nach drei Runden Austausch unserer simulierten Körperflüssigkeiten aus?

Eins haben alle Kurse gemeinsam: Die begeisterten Gesichter der Teilnehmenden nach jedem Kurs! Für uns Kursleitungen ist es jedes Mal eine besondere Freude, wenn die teilnehmenden Schülerinnen und Schüler auf uns zukommen und sagen: „Das hat richtig Spaß gemacht und jetzt habe ich alles viel besser verstanden als im Unterricht!“ Nicht selten beeinflusst der Besuch bei uns damit auch die Wahl des Leistungsfaches in der Oberstufe und setzt die Grundlage für eine spätere Berufswahl.

Übrigens: Die Mehrheit unserer Gäste sind zwar Schulgruppen, aber das DNA-Besucherlabor ist natürlich für alle Interessierten buchbar!

Eine einzigartige Verknüpfung – Labor im Museum

Ein besonderer Vorteil daran, ein Labor in einem Museum zu unterhalten, ist es, weitergehende Informationen in Form von Exponaten in der Ausstellung finden zu können. Die technikhistorische Entwicklung der im Labor verwendeten Geräte kann beispielsweise in der anknüpfenden Ausstellung Nano- und Biotechnologie besucht werden. Spannend sind beispielsweise frühe Sequenziergeräte und PCR-Maschinen aus den 1980er Jahren, die aufzeigen, wie rasant der Fortschritt in den letzten Jahrzehnten war. Hier sind natürlich auch einige Meilensteine von Roche zu sehen, wie beispielsweise der Genome Sequencer aus dem Jahr 2009. Daneben stellen wir den beeindruckenden Lightcycler aus, der es ermöglicht, die Menge an amplifizierter DNA während einer Polymerasekettenreaktion direkt am PC auszuwerten.

Neugierig geworden? Wenn Sie sich für einen Kurs im DNA-Besucherlabor interessieren, wenden Sie sich bitte an unseren Besucherservice.

Einen herzlichen Dank schicken wir an das gesamte Roche-Team!

Autor/in

Schwarz-weiße Vektorillustration einer Frau in einem Kreisrahmen; lange dunkle Haare, Ohrstecker sichtbar, Gesicht durch graues Rechteck verdeckt.

Margherita Kemper

…ist promovierte Biologin und zuständig für den Bereich Life Sciences. Dies umfasst nicht nur die spannende Sammlung an Laborgeräten sondern auch die Leitung des DNA-Besucherlabors. Hier können Interessierte selbst an Laborgeräten unter Anleitung experimentieren und PCR, DNA-Isolation und Antigentests kennenlernen.

Ihr Tipp – Im Untergeschoss der Eingangshalle finden Sie eine Highlight-Ausstellung zu aktuellen Themen der Nano- und Biotechnologie. Hier können Sie sich zu spannenden Themen wie PCR, Rasterkraftmikroskope oder über die Genschere CRISPR/Cas informieren.

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