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Anhand des Schlüsselgeräts lassen sich demnach spannende Geschichten erzählen: über seine Bedeutung für die Kryptographie, über die Fundumstände und darüber, was man mit so einer verrosteten Maschine anstellen kann.

Von Ralph Würschinger
Sieht aus wie eine verrostete Schreibmaschine - Das war mein erster Gedanke, als ich das Schlüsselgerät 41 gesehen habe. Aber natürlich würde eine herkömmliche Schreibmaschine keine so großen Schlagzeilen machen. In den Medien wurde das Schlüsselgerät 41 nach seinem Fund 2017 als Hitlermühle bezeichnet, weil dieses Chiffriergerät zum Verschlüsseln von Botschaften während des zweiten Weltkriegs entwickelt worden war und zudem eine Kurbel besitzt, wie man es von einer Kaffeemühle kennt.
Aufmerksamkeit in den Medien erlangte es, weil es nur wenige dieser Geräte gibt – die meisten wurden während oder am Ende des Krieges zerstört. Außerdem ist der Algorithmus zur Verschlüsselung noch immer nicht geknackt worden. Aber auch die Fundgeschichte ist sehr greifbar: zwei Freunde spazieren mit ihren Metalldetektoren durch den Wald und ahnen beim Ausgraben noch nicht, was sie da entdeckt hatten. Anhand des Schlüsselgeräts lassen sich demnach spannende Geschichten erzählen: über seine Bedeutung für die Kryptographie, über die Fundumstände und darüber, was man mit so einer verrosteten Maschine anstellen kann.
Mit Carola Dahlke, der Kryptographie-Expertin des Deutschen Museums, habe ich mich auf Spurensuche begeben. Ich habe sie in eines der Depots begleitet, wo das Schlüsselgerät 41 aufbewahrt wird, und Dokumente des amerikanischen Geheimdiensts durchforstet, die vor ein paar Jahren noch unter Verschluss gehalten worden sind.
Mein besonderer Dank in dieser Folge geht an Jann-Jakob Loos, der den Chef der Kryptoanalyse-Sektion, Wilhelm Fenner, eine Stimme gegeben hat.

Weiterlesen:

  • Blogbeitrag: Enigmas Nachfolger entdeckt
  • Kryptologie im Deutschen Museum: Ausstellung Informatik
  • Mehr zum Forschungsprojekt "Objektgeschichte(n) historischer Chiffriermaschinen"

Wissen zum Hören

Der DM Podcast geht in die zweite Runde:
Fünf neue Folgen mit spannenden Einblicken hinter die Kulissen der Forschung zu Objekten und Ausstellungen im Deutschen Museum - von Kryptologie bis Teilchenphysik.

Zu den Podcasts
Ralph Würschinger ist ausgebildeter Journalist, multimedialer Autor und Podcaster. Er studierte Vor- und Frühgeschichte, Germanistische Linguistik und Mediävistik an der LMU München und war schon während des Studiums im Hörfunk tätig. Seit Juli 2019 arbeitet er als Online-Redakteur für das Kindermissionswerk 'Die Sternsinger' und betreut dessen Social Media-Kanäle.

Autor/in

Gastblogger

Immer wieder schreiben Gäste im Blog - Informationen zu diesen Autorinnen und Autoren finden sich im jeweiligen Beitrag. Als Gastblogger schrieben in letzter Zeit: <link 12873 - internal-link-new-window "Opens internal link in new window">Jutta Schlögl</link> war als Physik-Ingenieurin im Bereich Technische Entwicklung tätig und ist seit 2007 wissenschaftliche Mitarbeiterin des Deutschen Museums. Sie leitet das Projekt Experimentier-Werkstatt.Dorothea Föcking ist Hamburger Abiturientin und macht ein zweimonatiges Praktikum im Vorbereitungsteam der Sonderausstellung "Anthropozän". Ihr Tipp für einen Besuch im Deutschen Museum: Bei einem Museumsbesuch sollte man unbedingt Halt in der <link 81 - more>Pharmazie-Ausstellung</link> machen, um in das Innere der riesigen, gemütlichen Zellnachbildung zu schauen.