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5 Fragen an Jutta Schlögl, Physik-Ingenieurin, Leiterin der Experimentier-Werkstatt.
Annette Lein: Herzlichen Glückwunsch zur offiziellen Eröffnung der Experimentier-Werkstatt. Wie ist es gelaufen, sind Sie und das Team zufrieden? Jutta Schlögl: Nach einigen Wochen Probebetrieb mit Schulklassen und interessierten Besuchern war es spannend zu sehen, ob unsere Förderer mit dem Ergebnis zufrieden sind. Wir haben die Experimentier-Werkstatt ja mit dem Geld der Preisträger des Deutschen Zukunftspreises 2013 auf die Beine gestellt. Jens König, Stefan Nolte und Dirk Sutter, Laser- und Photonikforscher, wurden damals für ihre Laserforschung ausgezeichnet. Sie haben dem Deutschen Museum großzügig ihr Preisgeld überlassen, um damit einen neuen Mitmach-Bereich aufzubauen, bei dem Besucher jeden Alters Physik und Technik mit eigenen Händen begreifen können. Andreas Conzelmann, Geschäftsführer der Firma Trumpf hat uns den Laserbeschrifter gestiftet. Zur Eröffnung haben wir die Preisträger und ihre Familien in die Werkstatt eingeladen. Es kamen 33 Gäste im Alter zwischen 1 und 75, das war eine lockere und entspannte Atmosphäre und und für jeden war wohl etwas Passendes dabei. Einer der Preisträger hat uns danach geschrieben: „Die ganze Familie war begeistert über die fantastische Umsetzung und die wunderbare Veranstaltung.“
AL: Was bietet die Experimentier-Werkstatt? JS: Wir wollen allen Besuchern Zugang zu Physik und Technik über das eigene Tun  bieten, ab dem Grundschulalter geht es los. Wir sind auf anspruchsvolle Wissensbegierige ebenso eingestellt wie auf interessierte Tüftler oder zufälliges Laufpublikum. Zur Eröffnung haben wir eine große Auswahl unserer Stationen und Experimente aufgebaut: Mit einem selbstgebauten Spektrometer konnte jeder erforschen, was das Licht einer Energiesparlampe vom Licht einer Glühbirne unterscheidet. Mit dem Laserbeschrifter haben wir scheckkartengroße Lupen beschriftet. Die Besucher konnten mit der Infrarot-Kamera untersuchen, wo es Wärmequellen gibt oder erkennen, dass Glas die Wärmestrahlung reflektiert. Man konnte mit lichtempfindlichem Solarpapier UV-Schattenbilder gestalten oder mit Licht Musik machen. Die Aufbauten sind einfach gehalten und bei den Versuchen kommen Alltagsgegenstände wie Schreibtischlampen, CDs oder auch das eigene Handy zum Einsatz. Alles ist vom Team der Experimentier-Werkstatt mit Hilfe der Werkstätten des Museums selbst gebaut und leicht zu durchschauen - darum geht es. Unser Spektrometer haben wir selbst in eine ausgediente Weinkiste eingebaut: Man kann sie aufklappen und die Bauteile und deren Funktion verstehen.
Wie können die Museumsbesucher die Experimentier-Werkstatt nutzen?
Zu bestimmten Zeiten können die Besucher einfach reinkommen, zuschauen oder gleich mitexperimentieren – Vorkenntnisse sind nicht erforderlich. Zum Auftakt gibt es zwei bis drei Mal pro Woche Workshops oder die Offene Werkstatt, wo Besucher jederzeit dazukommen können. Für Schulklassen sind drei verschiedene Workshops für Termine im Juni und Juli buchbar. Die Angebote werden in den kommenden Monaten Schritt für Schritt erweitert, wir haben da ja nichts „von der Stange“, sondern entwickeln die Versuche und Formate selbst und testen erstmal mit unterschiedlichen Gruppen, ob’s auch ankommt.
Wo ist die Experimentier-Werkstatt?
Derzeit ist sie mitten in der Physikabteilung in Ebene 1 zu finden. Im Rahmen der Modernisierung des Museums wird sie 2019 vorübergehend in das Erdgeschoss umziehen, weil dann der zweite Abschnitt des Museum saniert wird. Die Flexibilität ist bei uns aber sowieso Programm: wir wollen uns auf ja auf unterschiedliche Besucher einstellen und jedem etwas Spannendes bieten. Mit welchem Versuch sind Sie besonders zufrieden? Unsere Musikübertragung mit LED und Solarzelle verblüfft jeden: Der Physik-Experte spielt damit ebenso gern wie ein unbedarfter Laie. Dieser Versuch, wie auch das gesamte Projekt, war nur mit einem sehr guten Team zu schaffen. Bei Entwicklung und Aufbau der Experimente und Workshops waren beteiligt: Luise Allendorf-Hoefer, Kim Ludwig-Petsch, Marion Pellowski. Und für die Gestaltung ist Tina Widmann verantwortlich. Weiterlesen: Das Programm der Experimentier-Werkstatt Rückblick: Blogbeitrag über die Stiftung durch die Preisträger 

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Annette Lein

leitet das digitale Redaktionsteam am Deutschen Museum. Alle Neuigkeiten tickern durch das Redaktionssystem auf ihren Bildschirm. Als Germanistin und Theaterwissenschaftlerin erzählt sie im Blog gerne von den Geschichten und Menschen, die das Deutsche Museum zu dem machen, was es ist. Ihr Tipp für einen Besuch im Deutschen Museum: In der Ausstellung Meeresforschung die Tauchkugel Trieste ansehen und sich dabei vorstellen, wie sich Jaques Piccard in dieser dickwandigen Kugel gut 11 km zur tiefsten Stelle des Ozeans hat herabsinken lassen. Der Schweizer Forscher hat dabei einen Plattfisch entdeckte - ja, es gibt Leben in der Tiefsee!