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In diesem Jahr wehte oft ein besonders süßer Duft durch das Deutsche Museum. Der Grund dafür heißt Cosima. Sie hat hier ihr Freiwilliges Soziales Jahr absolviert und ein Projekt auf die Beine gestellt, das uns allen im wahrsten Sinne des Wortes den Arbeitsalltag versüßt hat: ein eigenes Backbuch für das Deutsche Museum!

Cosima brachte für ein solches außergewöhnliches Backbuch die perfekten Voraussetzungen mit, denn sie ist gelernte Konditorin. Für sie war das FSJ im Museum der ideale Übergang auf ihrem Karriereweg: In Kürze wird sie eine weitere Ausbildung zur Chemielaborantin beginnen. Und wie wir alle wissen, ist Backen letztlich auch nichts anderes als faszinierende und leckere Chemie.

Für ihr Projekt hat Cosima zu den verschiedenen Ausstellungen unseres Hauses passende Rezepte kreiert. Das Ergebnis ist spektakulär: Von „Atom Cake Pops“ über „Eule-Milla-Kekse“ bis hin zu fluffigen „Luftfahrt-Windbeuteln“ ist alles dabei. Ihre Kolleginnen und Kollegen aus der Bildung sowie die anderen FSJlerinnen und FSJler haben sie dabei natürlich tatkräftig unterstützt – vor allem natürlich, wenn es um das Testen der Kuchen ging!

Die Physik in der Rührschüssel: Warum wird Eiklar eigentlich weiß?

Cosimas absolutes Lieblingsrezept aus dem Buch sind ihre Lemon Tartlets mit Eiweißhaube. Sie schmecken nicht nur fantastisch, sondern sind auch das perfekte kleine Experiment, um ein Phänomen aus der Ausstellung Optik direkt in der heimischen Küche auszutesten.

In ihrem Backbuch erklärt Cosima die spannende Wissenschaft dahinter gleich selbst:

In der Abteilung Optik können wir erfahren, warum der Himmel blau ist. Aber warum ist das Eiweiß nach dem Aufschlagen weiß und nicht mehr durchsichtig?

Das Eiklar besteht aus 87–88 % Wasser, 11% Eiweiß (Proteine) und 1% Kohlenhydrate. Im relativ farblosen und durchsichtigen Eiklar schwimmen die Proteine als Kügelchen im Wasser. Das Licht kann fast ungehindert durchscheinen. Wird das Eiklar aufgeschlagen, passiert Folgendes: Luft wird eingearbeitet und durch längeres Schlagen zu immer kleineren Bläschen. Die normalerweise kugelförmigen, aufgerollten Proteinfäden entrollen sich und gehen eine Bindung mit ihrem Nachbarprotein ein, wodurch sich ein Netz bildet. Die Proteinmoleküle lagern sich in der Grenzfläche zwischen Luft und Wasser an und umgrenzen so die anliegenden Luftbläschen, die dadurch stabilisiert werden. Wenn das Licht auf die vielen Grenzflächen zwischen der Luft und dem Eiweiß trifft, wird es unselektiv gestreut und reflektiert. Unser Auge nimmt diese Streuung aller sichtbaren Lichtwellenlängen als weiß wahr.

Lemon Tartlets mit Eiweißhaube

Zutaten für eine große oder 10 kleine Tartes

Mürbeteig: 150 g Butter, 75 g Zucker, 1 Ei, 225 g Mehl, Salz

Lemon Curd: 5 frische Bio-Zitronen, 5 Eigelb, 3 Eiweiß, 125 g Butter, 150 g Zucker

Außerdem: 2 Eiweiß, 30 g Zucker, Salz

Für den Mürbeteig alle Zutaten zu einem glatten Teig verkneten. Den Teig anschließend zu einer Kugel formen und für eine halbe Stunde kühlstellen. Anschließend ausrollen, in die eingefetteten Tartlet-Formen geben. Bei 200°C Ober-/Unterhitze für 20 Minuten backen.

Danach aus den Formen lösen und auskühlen lassen. Für den Lemon Curd die Zitronen heiß waschen, Schale abreiben und für später aufheben. Zitronen pressen und den Saft mit dem Zucker und den Eiern unter ständigem Rühren aufkochen, bis die Masse dickflüssig wird. Zum Schluss die Butter unter die warme Masse heben, damit sie runterkühlt. Danach gleichmäßig auf die Mürbeteigböden verteilen.

Für die Eiweißhaube das Eiweiß mit Zucker und Salz aufschlagen, bis es Spitzen zieht. Anschließen mit einer Tülle auf die Lemon Tartlets auf dressieren. Für einen besonderen Touch kann die Eiweißhaube noch kurz mit einem Bunsenbrenner abgeflämmt werden.

Hungrig auf mehr Wissenschaft?

Wer weitere Rezepte mit Bezug zum Deutschen Museum ausprobieren möchte, kann sich Cosimas komplettes Backbuch hier herunterladen:

Autor/in

Eine junge Frau mit Zopf und roter Kapuzenjacke steht lächelnd in einer Museumsausstellung vor einer großen Infotafel mit der Aufschrift „PLANETARY HEALTH – Am Puls von Mensch und Planet“.

Cosima Hahnel

Cosima Hahnel ist gelernte Konditorin und hat ihre Ausbildung bei der Münchner Konditorei Ziegler sowie bei Elly Seidl Pralinen absolviert. Von September 2025 bis August 2026 unterstützte sie das Deutsche Museum im Rahmen eines Freiwilligen Sozialen Jahres in der Abteilung Bildung. Seit diesem September macht sie eine Ausbildung zur Chemielaborantin.

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