Warum ein Blog zu KI am Deutschen Museum?
Liefen viele technische, auch KI-gestützten Prozesse bisher unbemerkt im Hintergrund, so treten sie nun in Form von generativen Modellen in direkterer Weise in Erscheinung – auch in ganz alltäglichen Anwendungen. Entwicklungen, wie die Einführung der neuen Google-Suche mit „KI-Unterstützung“, die weit verbreitete Nutzung von Chat-Programmen oder das Erzeugen von Bildern, werfen dabei Fragen auf, die nicht nur unser Privatleben, sondern den Kern unserer demokratischen Gesellschaftsordnung betreffen.[3]
Die Diskussionen um die Folgen des Einsatzes können dabei durchaus Anlass zu Skepsis geben: Von Effizienzgewinnen über Jobverluste bis zum Verlust der Kontrolle und Verfügungsgewalt über die eigenen Daten (sogenannte Datensouveränität) gibt es eine riesige Flut von ganz unterschiedlichen Aussagen zu Künstlicher Intelligenz. Verwunderlich ist das nicht, so deuten die obigen Ausführungen schon an, wie schwer es ist, das Thema in seiner Komplexität greifbar zu machen.
Am Deutschen Museum stellt man sich dieser Herausforderung nicht nur in den Ausstellungen, sondern auch in der Forschung. Als Historikerin und Kulturwissenschaftlerin am Forschungsinstitut des Deutschen Museums habe ich in mehreren Projekten[4] zur Geschichte von Computern und Künstlicher Intelligenz gearbeitet. Ich habe mich in den letzten Jahren also intensiv mit dem Thema befasst und versucht, mir einen Überblick über die vielen verschiedenen relevanten Dimensionen zu verschaffen. Trotzdem ist es auch für mich bisweilen eine Herausforderung, die sinnvollen Nachrichten im Rauschen der Berichterstattung zu identifizieren (und zu entschlüsseln).
Die jüngsten Entwicklungen rund um diese Technologien – die oben beschriebene Einführung von Chat-Programmen, die Rede von ausgebrochenen KI-Agenten und der Ausbau von Datenzentren weltweit – möchte zum Anlass nehmen, um einige Aspekte rund um KI zu beleuchten. Hierfür möchte ich in den folgenden Blog-Beiträgen jeweils kleine Exkurse und eine Auswahl von Quellen anbieten. KI ist jedoch ein kompliziertes Thema, das von einem Menschen kaum mehr in seiner Gänze durchdrungen werden kann. Glücklicherweise muss ich für weitere Expertise gar nicht lange suchen: Für die Erstellung und Überprüfung der Inhalte kann ich auf eine breit gefächerte Expertise im Deutschen Museum und darüber hinaus zurückgreifen.