Grüne Wiesen, klarer Himmel, herzige Tiere – die Arbeit von Bergbauern und -bäuerinnen wird oft idyllisch präsentiert. Urlaub auf dem Bauernhof hat ja nicht ohne Grund seinen Reiz. Und das Leben in den Bergen stellt man sich gerne mal so malerisch vor wie in Johanna Spyris Klassiker „Heidi“. Doch zwischen einem Bilderbuch-Bergbauernhof und der Wirklichkeit der Menschen, die in den Bergen leben und arbeiten, liegen Welten.
Davon kann man sich aktuell in der Ausstellung „Landwirtschaft und Ernährung" ein Bild machen: Dort wird gerade die Fotoausstellung „Bergbauern erleben“ von Klaus Einwanger gezeigt. Direkt um die Almhütte herum sieht man Bilder: von den Menschen, den Tieren, dem vermeintlichen Idyll. „Eine Ausstellung in der Ausstellung zeigt man als Kuratorin nur sehr ungerne, weil es meist beiden Ausstellungen nicht gut tut, ineinander verschachtelt zu werden. Diese Fotoausstellung passt aber so gut in die Dauerausstellung, dass wir es gewagt haben“, sagt Kuratorin Sabine Gerber-Hirt, „Unsere Ausstellung zeigt die Arbeit in der Landwirtschaft eher mit Blick von außen, hier wird sie jetzt um die Sicht der Bauern und Bäuerinnen selbst ergänzt.“ Und diese Sicht macht deutlich, dass das alles gar nicht so einfach ist.