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Von Marion Pellowski
Wie kann man spannend Wissen vermitteln? Diese Frage stellen wir Museumsleute uns immer wieder - bei Führungen, in der Konzeption von Ausstellungen oder in der digitalen Vermittlung. Und darauf gibt es nicht nur eine Antwort – sondern viele. Ob Besucherinnen und Besucher „anbeißen“ hängt zum einen vom Thema ab. Die Funktion eines Motors lässt sich einfacher erklären als Teilchenphysik. Und natürlich spielt die Zielgruppe eine Rolle – erkundet da ein fachkundiger Experte das Museum oder ein neugieriges Kindergartenkind. Besonders oft stellt sich die Frage nach der spannenden Wissensvermittlung unsere Bildungsabteilung. Hier werden immer wieder neue Methoden ausprobiert und erforscht.
Ein bewährtes Format sind Schulklassen-
programme,
die das Team in der Bildung immer wieder neu konzipiert. Alle Schularten können über das Museumspädagogische Zentrum diese Programme bei uns buchen. Sie fördern das eigenständige Lernen und Experimentieren. Beim neuen Programm "Radioaktivität" wurde erstmals die Museumsapp eingebunden.

Wie alle Programme gliedert sich auch „Radioaktivität“ in die Phasen Erkunden in der Ausstellung und Experimentieren im Gruppenraum. Während der Erkundungsphase recherchieren die SchülerInnen in kleinen Teams selbstständig in den Ausstellungen Energietechnik und Museumsgeschichte. Neugierig beobachten sie die Nebelspuren in der Nebelkammer oder erkunden das begehbare Reaktormodell – und hören dazu die Audiobeiträge aus der Museumsapp.
Nach der Recherche geht es zum praktischen Teil. Mit Geiger-Müller-Zählern untersuchen die SchülerInnen hier unterschiedlichste Alltagsproben auf ihre Radioaktivität. So messen sie etwa die Werte von Nahrungsmitteln, Tabak, Düngemitteln, Baustoffen wie Kacheln, Gebrauchsgläser, Schweißstäben. Sie zermahlen getrocknete Bananenscheiben und entdecken, dass es nicht allein auf die Menge, sondern auch auf die Form bzw. Oberfläche der Messprobe ankommt. Sie sammeln mit Hilfe elektrostatisch aufgeladener Luftballone nachweisbare Mengen gasförmigen Radons aus der Luft. Sie erkennen in ihren Messkurven qualitativ, wie die Intensität der Strahlung mit dem Abstand zur Quelle abnimmt.

Sie entdecken, dass verschiedene Materialien die Strahlung unterschiedlich gut abschirmen und dass es auch auf die Dicke des Materials ankommt. Sehr beeindruckend sind auch die Unterschiede der Radioaktivitätswerte bei den beiden Bodenproben von der Museumsinsel und aus Hundsbühl in der Oberpfalz. In dieser Gegend tritt eine Anreicherung von uranhaltigen Boden an die Oberfläche. Die enthaltenen Uranmineralien exhalieren Radongas.

Die SchülerInnen vertiefen sich in die Experimente,
die Zeit vergeht wie im Fluge und die Lehrkräfte planen schon, mit welcher Klasse sie als nächstes in Haus kommen wollen. Wir nehmen das als Zeichen dafür, dass wir eine gute Lösung für eine spannende Wissensvermittlung gefunden haben: Alle Sinne der BesucherInnen ansprechen, BesucherInnen selbst aktiv werden lassen und ihnen vertiefende Informationen an originalen Objekten zur Verfügung stellen.
Sie wollen das auch selbst ausprobieren?

Nutzen Sie unsere Museumsapp,
oder buchen Sie eines unserer Vermittlungsprogramme:
  • Für Schulklassen
  • Für Gruppen
Marion Pellowski ist Physikerin und arbeitet mit Leidenschaft am Deutschen Museum. Sie beschäftigt sich aktuell mit Sensoren.

Ihr Tipp für einen Besuch im Deutschen Museum
ist einen Termin so auszusuchen, dass auch die Experimentier-Werkstatt offen ist und dann einfach reinkommen und mitmachen.
Und wenn einen die Müdigkeit ereilt, dann einfach in der neuen Sonderausstellung "Kosmos Kaffee" mit einem leckeren Kaffee pausieren...
Termine und Themen der Experimentierwerkstatt
Eine Übersicht aller Schulklassenprogramme finden Sie auf unserer Webseite.

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Internetredaktion