Direkt zum Seiteninhalt springen

von

Von Sara Marquart
Die große Tasse voll mit dampfend heißen Kaffee am Morgen hilft so manchem dabei, wach zu werden. Beim Ausdauersport wird Kaffee eine leistungssteigernde Wirkung nachgesagt und Nachteulen wie auch Workaholics schwören auf seine konzentrationssteigernde Wirkung. Ein kleiner Espresso, genossen nach einer üppigen Mahlzeit, unterstützt uns beim Verdauen der fetten Speise. Doch woran liegt es, dass Kaffee so vielfältige Auswirkungen auf unseren Organismus hat?
Diese Frage treibt bereits den Dichter und Universalgelehrten Johann Wolfgang von Goethe vor 200 Jahren um. So beauftragte er den jungen Medizin- und Chemiestudent Friedlieb Ferdinand Runge damit, herauszufinden, welcher Wirkstoff in der braunen Bohne diese Wirkungen entfacht. Runge hatte sich zuvor schon einen Namen gemacht, nachdem er das Alkaloid Atropin als Wirkstoff der schwarzen Tollkirsche entdeckt hatte. Bei einem seiner Experimente, hatte sich der junge Student nämlich aus Versehen den Saft der giftigen Kirsche in eines seiner Augen gespritzt. Die Folge war eine stark geweitete Pupille – und der Auslöser für Runge, die Substanz, die dafür verantwortlich ist, aufzuklären. Atropin findet heute Einsatz in der Medizin, als Krampflöser, Gegengift und zur Weitung der Pupille, zur Diagnose.
Doch zurück zum Kaffee. Runge gelingt es in einer Reihe mühevoller Experimente dem Kaffee endlich sein Geheimnis zu entlocken, als er 1819 das Koffein aus den Bohnen isolieren kann. In der kommenden Sonderausstellung „Kosmos Kaffee“ geht das Deutsche Museum dem Mythos Koffein nach und beleuchtet dessen Auswirkungen auf unser alltägliches Leben und unsere Gesundheit. So wird Koffein bis in das kleinste mikroskopische Detail mit einem Rastertunnelmikroskop untersucht. Man kann erfahren, welche Mühen Spinnen unter dem Einfluss von Koffein haben, ihre Netze zu weben und in welchen ungewöhnlichen Produkten sich die Verbindung überall verstecken kann. Denn nicht nur Kaffee ist reich an Koffein, wer vermutet diese Substanz schon in Gesichtscremes oder neuartigen E-Zigaretten?
Weitere Informationen zur Sonderausstellung Kosmos Kaffee, ab Sommer 2019 im Deutschen Museum, unter: https://www.deutsches-museum.de/ausstellungen/sonderausstellungen/kosmos_kaffee
Sara Marquart ist wissenschaftliche Mitarbeiterin der neuen Sonderausstellung Kosmos Kaffee. Die Lebensmittelchemikerin widmet sich mit ihrer Expertise der Chemie und Technik dieses Getränkes.


Ihr Tipp für einen Besuch im Deutschen Museum:

Sie empfiehlt vor dem Museumsbesuch am besten einen starken Kaffee zu trinken, denn es gibt hier so viel zu entdecken, dass man am liebsten bis spät in die Nacht im Deutschen Museum bleiben möchte. Für alle Besucherinnen und Besucher die zwischen den Ausstellungen einen Koffein-Kick suchen, bietet das Café Exponat auf dem Innenhof des Deutschen Museum vorzüglichen Kaffee. Und wer dann immer noch nicht genug von diesem köstlichen Getränk hat, der sollte unbedingt ab Frühjahr 2019 die neue Sonderausstellung „Kosmos Kaffee“ besuchen.

Autor/in

Gastblogger

Immer wieder schreiben Gäste im Blog - Informationen zu diesen Autorinnen und Autoren finden sich im jeweiligen Beitrag. Als Gastblogger schrieben in letzter Zeit: <link 12873 - internal-link-new-window "Opens internal link in new window">Jutta Schlögl</link> war als Physik-Ingenieurin im Bereich Technische Entwicklung tätig und ist seit 2007 wissenschaftliche Mitarbeiterin des Deutschen Museums. Sie leitet das Projekt Experimentier-Werkstatt.Dorothea Föcking ist Hamburger Abiturientin und macht ein zweimonatiges Praktikum im Vorbereitungsteam der Sonderausstellung "Anthropozän". Ihr Tipp für einen Besuch im Deutschen Museum: Bei einem Museumsbesuch sollte man unbedingt Halt in der <link 81 - more>Pharmazie-Ausstellung</link> machen, um in das Innere der riesigen, gemütlichen Zellnachbildung zu schauen.