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Groß, klein und virtuell: Kulturelle Vielfalt

Von Tatjana Krasawin
Jedes Jahr kommen wissenschaftliche Volontärinnen und Volontäre aus Museen, Gedenkstätten, der Denkmalpflege und anderen kulturellen Einrichtungen aus ganz Deutschland auf der Bundesvolontärstagung (BVT) zusammen. Das Volontariat gilt als berufliche Qualifikation zwischen abgeschlossenem Fachstudium und angestrebter Anstellung an kulturellen Institutionen. Derzeit sind 7 Volontärinnen und Volontäre am Deutschen Museum beschäftigt, die über Ausstellungskonzeption bis Sammlungsdokumentation Einblicke in alle Aspekte der Museumsarbeit erhalten. Anfang März trafen wir uns zur BVT mit rund 200 Gästen – erstmals in München im Museumspädagogischen Zentrum.
Tagungsthema: „Zwischen Elfenbeinturm und Rampenlicht. Forschung in Kulturinstitutionen“.
Groß, klein und virtuell: Kulturelle Vielfalt Kulturinstitutionen forschen – über sich selbst, über ihre Besucher und natürlich über ihre Exponate. Nach einem Einführungsvortrag von Guido Fackler, Professor für Museologie an der Universität Würzburg, zu Forschung an und über Museen, skizzierte Dr. Helmut Hilz, Leiter der Bibliothek des Deutschen Museums, die Forschungstätigkeit des Deutschen Museums als eines der acht Forschungsmuseen der Leibniz-Gemeinschaft. Ganz anders ist die Forschungspraxis und tägliche Arbeit in kleinen und kollektiv organisierten Museen, wie zum Beispiel des Museums des Kapitalismus in Berlin, ein sogenanntes „Museum von unten“, das von Sylwia Rafinska und Julian Genten vorgestellt wurde. Und dann sind da noch die virtuellen Museen, wie das Online-Migrationsmuseums „Lebenswege“ der rheinland-pfälzischen Landesregierung, das Clarissa Haenn vorstellte.
Vernetzen und Lernen Zahlreiche Münchner Museen und Forschungseinrichtungen luden die Volontärinnen und Volontäre zu Rundgängen und Workshops ein. Am Deutschen Museum wurde das Exponat in den Fokus genommen. Der Workshop thematisierte verschiedene Aspekte der Objekt-basierten Forschung im Museum. Wie werden Objekte dokumentiert oder aufbewahrt? Wie kann man sie einem breiten Publikum vermitteln? Welche Rolle spielt die Kommunikation zwischen Kuratoren, Restauratoren und Wissenschaftlern, und vor allem mit den Besuchern? Der Workshop am Deutschen Museum wurde geleitet von Rebecca Wolf, Panagiotis Poulopoulos und Marisa Pamplona.
Das "Goldene V" Ein Highlight der Bundesvolontärstagung ist die Verleihung des "Goldenen V" für besonders herausragende Volontariate. Jedes Jahr können Volontärinnen und Volontäre ihre Ausbildungsstätte für die Auszeichnung vorschlagen, wenn ihr Arbeitsvertrag und Ausbildungsplan wesentliche Kriterien erfüllen oder sogar weitere Möglichkeiten zu selbstständiger Forschung und Veröffentlichung sowie Vereinbarkeit von Beruf und Familie bestehen. Die glücklichen Gewinner des „Goldenen V“ 2018 sind das Jüdische Museum Berlin und das Museum für Kommunikation Frankfurt. Herzlichen Glückwunsch!
Das Organisationsteam, das sich aus Volontärinnen und Volontären aus München und Umgebung zusammensetzte, dankt dem Museumspädagogischen Zentrum (MPZ), der Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen in Bayern, dem Kulturreferat der Landeshauptstadt München, dem Kulturamt Kempten, dem Deutschen Museumsbund, der Bayerischen Schlösserverwaltung sowie allen Referentinnen und Referenten für ihre großzügige Unterstützung!
Tatjana Krasawin ist wissenschaftliche Volontärin in der Abteilung Luftfahrt und arbeitet derzeit mit dem Projektteam „Moderne Luftfahrt“ an der Neugestaltung dieser Ausstellung.

Ihr Tipp für einen Besuch im Deutschen Museum:
Das Museum bietet täglich eine große Auswahl an kostenlosen Führungen und Vorführungen, die sehr spannend und informativ zugleich sind. Besonders gut gefallen mir die Science-Shows, die im Auditorium des Zentrums Neue Technologien stattfinden.

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Internetredaktion