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Von Annette Lein
Fruchtige Orangenschale, kräftiger Blaufichtenduft und warmes Vanille-Aroma - so riecht Weihnachten für mich. Die Nase entscheidet mit, wie man sich fühlt  oder ob etwas schmeckt. Denn Aromen werden als Geruch von unserer Nase wahrgenommen. Ein angenehmer Geruch nach Essen regt den Appetit an. Aromen sind essentiell für den Genuss von Speisen. Wir nehmen diese chemischen Verbindungen nicht mit der Zunge, sondern im Wesentlichen über die Nase wahr. 
Natürliche Aromen  sind in allen Lebensmitteln enthalten, oft als komplexe Mischungen wie in Erdbeeren oder in Kaffee. Für das Aroma werden Lebensmitteln auch künstlich hergestellte Aromastoffe wie Ethylvanillin zugesetzt. Seit dem 16. Jahrhundert wird Alkohol eingesetzt um die Aromen aus Naturstoffen wie Gewürzen und Kräutern herauszuziehen. Zunächst wurden die gewonnen ätherischen Öle für medizinische Zwecke eingesetzt, bevor sie auch als Duftstoffe eine Bedeutung gewannen. 
Ein Aroma besteht nicht aus einer einzigen chemischen Verbindung, sondern ist ein Zusammenspiel von bis zu mehreren Hunderten von chemischen Verbindungen. Man kann sich ein Aroma wie ein Zusammenspiel in einem Symphonieorchester vorstellen. Steht auf einer Lebensmittelverpackung „Aroma“, stammt dieses allerdings nicht aus Naturstoffen, sondern wurde künstlich im Labor hergestellt. 
In der Sammlung des Deutschen Museums befindet sich auch das Objekt mit der Inventarnummer 55767. Es ist ein Standglas mit Vanillin von Tieman & Haarmann aus dem Jahr 1874, aus der "Badischen Anilin- und Soda Fabrik, Ludwigshafen / Rhein." F. Thiemann hat das Vanillin entdeckt. 
Ausgestellt wird das Objekt ab 2020 in unserer neuen Chemie-Ausstellung - zusammen mit einer Vanilleschote aus Madagaskar und anderen Vanille-Aromen und Extrakten - und natürlich einer Menge spannenden Informationen rund ums Thema. Auch die große Glasampulle findet dann zurück ins Museum - in die Ausstellung Landwirtschaft und Ernährung. 

Danke!

Vielen Dank an Hajo Becker für die Fotoaktion, an Marcellina Malissek für die Aroma-Informationen. Wir wünschen allen unseren Leserinnen und Lesern schöne Feiertage mit genau dem Duft, den Sie sich wünschen.

Autor/in

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Annette Lein

leitet das digitale Redaktionsteam am Deutschen Museum. Alle Neuigkeiten tickern durch das Redaktionssystem auf ihren Bildschirm. Als Germanistin und Theaterwissenschaftlerin erzählt sie im Blog gerne von den Geschichten und Menschen, die das Deutsche Museum zu dem machen, was es ist. Ihr Tipp für einen Besuch im Deutschen Museum: In der Ausstellung Meeresforschung die Tauchkugel Trieste ansehen und sich dabei vorstellen, wie sich Jaques Piccard in dieser dickwandigen Kugel gut 11 km zur tiefsten Stelle des Ozeans hat herabsinken lassen. Der Schweizer Forscher hat dabei einen Plattfisch entdeckte - ja, es gibt Leben in der Tiefsee!