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Von Tatjana Krasawin
Eine Gruppe von geflüchteten Jugendlichen nahm am 9. August an einer Sonderführung in der Flugwerft Schleißheim teil. Die flugbegeisterten Besucher stammen aus Afghanistan und Irak und einige von ihnen haben schon an der „Wissen ohne Grenzen“-Vorführung des Flugsimulators auf der Museumsinsel teilgenommen.
Begleitet wurden sie auch diesmal von Fatma Zan, der Projektkoordinatorin von „IN VIA München e.V.“ Dieser Verein engagiert sich im Fachbereich Migration besonders für Geflüchtete, bietet allerdings allen Menschen mit und ohne Migrationshintergrund verschiedene Freizeitprogramme an.
Während der zweistündigen Führung, die in leichter Sprache gehalten wurde, gab es einem Einblick in die Geschichte der Luftfahrt. Thomas Michel vom Ausstellungsdienst der Flugwerft erklärte der Gruppe anhand von ausgewählten Flugzeugen deren Funktion und Entwicklung. Die Jugendlichen konnten jederzeit Fragen stellen und zeigten großes Interesse an der Luftfahrttechnik. Spannend war auch der Blick auf die museumseigene Restaurierungswerkstatt. Von der Galerie aus kann man die Restaurierung von Fluggeräten und Flugzeugteilen direkt mitverfolgen.
Ein besonderes „Highlight“ wurde von Thomas Michel ermöglicht. Die Gruppe durfte sich in die „McDonnell Douglas F-4E  Phantom II“ reinsetzten und die Komplexität eines Kampfjet-Cockpits aus nächster Nähe erfahren. Zum Abschluss konnten die Jugendlichen an dem Flugmodellsimulator ihr fliegerisches Geschick auf die Probe stellen und hatten dann noch die Gelegenheit sich selbstständig in der Flugwerft umzusehen. Für Fragen stand ihnen Thomas weiterhin gerne zur Verfügung. Es war eine wundervolle Gelegenheit den Jugendlichen eine willkommene Abwechslung in ihrem Alltag zu bieten. Die Gruppe hat die Führung dankend angenommen und will bald erneut an das Deutsche Museum zurückkehren. Wir freuen uns auf das Wiedersehen!
Die Führungen „Wissen ohne Grenzen“ auf der Museumsinsel wurden von den wissenschaftlichen Mitarbeitern Neslihan Becerici-Schmidt und Ronald Göbel angestoßen. Wichtig für die Entwicklung des Projekts war der Austausch mit der ehemaligen Leiterin des Verkehrszentrums, Sylvia Hladky, die im Verkehrszentrum Führungen für Flüchtlingsgruppen organisiert. Seit 1. Juli 2016 wird das Programm nun mit großer Begeisterung der Besucher aufgenommen. „Wissen ohne Grenzen“ führt durch den Bereiche Musikautomaten, Astronomie, Papiertechnik. Durch die Initiative der wissenschaftlichen Volontärin Tatjana Krasawin wird das Programm seit 2017 durch die Vorführung des Flugsimulators ergänzt. Die Führungen sprechen alle Sinne an, sind zum Mitmachen geeignet, werden in einfacher deutscher Sprache gehalten und können durch Arbeitsblätter unterstützt werden. Damit sind sie auch für Neulinge der deutschen Sprache gut nachzuvollziehen. Gefördert wird das Programm vom Freundes- und Förderkreis des Deutsche Museums.
Die Führungen finden jeden ersten und dritten Freitag im Monat um 14 Uhr im Deutschen Museum statt. Teilnehmen können Geflüchtete in begleiteten Gruppen nach Voranmeldung. Jeder, der eine Gruppe betreut, kann diese anmelden, die Teilnahme ist kostenlos. Die Eintrittskarten werden vom Haus gestellt. Die Anmeldung erfolgt bei unserem Besucherservice. Die nächsten Termine:
18. August • Flugsimulator

1. September • Musik

15. September • Papier "Wissen ohne Grenzen": Weitere Informationen und Anmeldung
Tatjana Krasawin ist wissenschaftliche Volontärin in der Abteilung Luftfahrt und arbeitet derzeit mit dem Projektteam „Moderne Luftfahrt“ an der Neugestaltung dieser Ausstellung. Ihr Tipp für einen Besuch im Deutschen Museum: Das Museum bietet täglich eine große Auswahl an kostenlosen Führungen und Vorführungen, die sehr spannend und informativ zugleich sind. Besonders gut gefallen mir die Science-Shows, die im Auditorium des Zentrums Neue Technologien stattfinden.

Autor/in

Gastblogger

Immer wieder schreiben Gäste im Blog - Informationen zu diesen Autorinnen und Autoren finden sich im jeweiligen Beitrag. Als Gastblogger schrieben in letzter Zeit: <link 12873 - internal-link-new-window "Opens internal link in new window">Jutta Schlögl</link> war als Physik-Ingenieurin im Bereich Technische Entwicklung tätig und ist seit 2007 wissenschaftliche Mitarbeiterin des Deutschen Museums. Sie leitet das Projekt Experimentier-Werkstatt.Dorothea Föcking ist Hamburger Abiturientin und macht ein zweimonatiges Praktikum im Vorbereitungsteam der Sonderausstellung "Anthropozän". Ihr Tipp für einen Besuch im Deutschen Museum: Bei einem Museumsbesuch sollte man unbedingt Halt in der <link 81 - more>Pharmazie-Ausstellung</link> machen, um in das Innere der riesigen, gemütlichen Zellnachbildung zu schauen.