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„Wir müssen auf die Straße gehen und kämpfen!“ Immer wieder schallt dieser Satz durch den Ehrensaal des Deutschen Museums. Doch sind hier keine Revoluzzer oder Aufrührer am Werk - der kämpferische Satz  ist der rote Faden, der sich durch den Film „Suffragetten? Suffragetten! Aufbruch in eine neue Zeit“ zieht. Es ist der Beitrag, den die Jury des History-Award 2017 zum Sieger gekürt hat.

Alle zwei Jahre ruft der TV-Sender Schüler in Deutschland und Österreich dazu auf, ein bestimmtes historisches Thema filmisch aufzubereiten.

Heuer war das Motto „Gleichberechtigung – wie gleich ist gleich“. Dabei geht es aber nicht nur um die Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau, sondern auch um die, der Minderheiten in unserer Gesellschaft.  Zur Siegerehrung waren am 20. Juni die Macher der zehn besten Beiträge ins Deutsche Museum geladen.

Nach den Begrüßungsworten von Wolfgang M. Heckl, der auch Teil der Jury ist, und einem Bühnengespräch zwischen der Schirmherrin Collien Ulmen-Fernandes und Wigald Boning beginnt die Preisverleihung für die eingereichten Beiträge von Schülern aus Deutschland und Österreich. Die beiden Freundinnen Felicitas und Emma, die eine körperlich behindert, die andere gesund,  aus München rühren dabei das Publikum zu Tränen. Sie erringen nicht nur verdient den zweiten Platz, sondern schaffen es mit der Live-Perfomance ihres Songs „Ich bin ich“ die Herzen der Zuschauer zu erreichen.

Den besten Beitrag liefern allerdings, wie bereits beim letzten Mal, die Schülerinnen und Schüler der Robert-Junk-Gesamtschule aus Krefeld mit ihrem Suffragetten-Stück.  Sie stellten sich der Herausforderung die Anfänge der Frauenbewegung filmisch umzusetzen und überzeugen. „Ein mit großem Aufwand, Können und großer Leidenschaft hergestelltes Dokudrama. Man hat weder Kosten noch Mühen gescheut, und es ist auf allen Ebenen viel Talent erkennbar“, sagt Jury-Mitglied Wigard Boning zu der Umsetzung.

Die Veranstaltung zeigte nicht nur die vielen Herangehensweisen an das Thema, sondern schuf auch ein Bewusstsein dafür, dass die Gleichberechtigung keine Aufgabe der Gesellschaften von vor 100 Jahren ist, sondern immer noch brandaktuell. Der Kampf hat sich allerdings heutzutage von der Straße vermehrt auf die Bildschirme verlagert. Dazu passt wiederum die filmische Aufbereitung für den History Award…

Autor/in

Julia Rinner

Julia Rinner studiert Wissenschaftskommunikation am Karlsruher Institut für Technologie. Am Deutschen Museum ist sie Praktikantin im Bereich Kommunikation und schreibt in diesem Rahmen ihre Bachelorarbeit über den Einfluss von PR-Aktivitäten auf den Museumsbesuch.