Direkt zum Seiteninhalt springen

von

Im Deutschen Museum sind einige Exemplare vorhanden, von denen ein besonders schönes vorgestellt werden möchte. In unseren Sammlungen gehört es zur Drucktechnik und wird den Erzeugnissen der manuellen Papierherstellung aus Ostasien zugeordnet.
Die blaue Abklebung ist mittlerweile verblichen. Nahezu unverändert präsentiert sich aber die feine Malerei. Auf den teilrasierten Köpfen schimmert der Haaransatz hindurch, die Dame rechts trägt schönen Schmuck, im Hintergrund wiegt sich das Gras.

Das Depot-Team besteht aus Restauratorinnen, Fotografen, technischen Mitarbeitern und einer Registrarin. Da das Ausstellungsgebäude grundlegend saniert wird, werden alle Depots auf der Museumsinsel beräumt. Das Team inventarisiert, fotografiert, konserviert und, so nötig, restauriert Exponate, bevor sie in die Außendepots gebracht werden. Das geschieht alles mit besonderer Sorgfalt - dafür stehen die Handschuhe, die zum Schutz der Objekte vom Team getragen werden. Ein besonderer Schatz oder etwas Kurioses, das dem Team Freude bereitet, wird als Depotfund des Monats im Blog vorgestellt. Dieser hier von Inga Ziegler (Diplom-Restauratorin FH).

Von Inga Ziegler, Depot-Team
Mit leuchtenden Farben und einer entzückenden Detailgetreue präsentiert sich die chinesische Tsuso-Malerei. Der Bildträger besteht aus einem Markpapier, das aus  einer immergrünen, strauchigen Pflanze gewonnen wird, der Tetrapanax Papyrifera. Tsuso ist die chinesische Bezeichnung für Markpapier - nicht zu verwechseln mit Reispapier!   
Mit scharfen Messern werden die 30-40 cm langen Astabschnitte abgetrennt und auf einer ebenen Unterlage ausgebreitet, um dann zu trocknen. Das weiße Mark dient als Malgrund für Gouachemalerei, die ganz besonders leuchtend und intensiv wirkt, weil die Farbe nicht in die Fasern eindringt. Um das recht fragile Papier stabil zu halten, wird es immer umlaufend mit einem blauen Band fixiert.
Ihre Blütezeit hat die Tsusomalerei zwischen 1820-1840 in Kanton. Weil Kanton bis 1842 die einzige Hafenstadt ist, die China mit dem Westen verbindet, siedelt sich hier eine Handvoll Malerwerkstätten an, die sich auf die Markpapier-Malerei spezialisiert. Reisende möchten gerne Souvenirs nach Europa exportieren, doch sind die vorherrschenden Leinwand- und Tafelgemälde teuer und unhandlich. Tsusobilder bieten hier eine willkommene Alternative. Die Blätter sind günstig, klein und leicht; zu mehreren lassen sie sich in hübschen Alben zusammenfassen. Die leuchtenden Farben sind ebenfalls sehr attraktiv. Von Aristokraten aus Europa, bis hin zum österreichischen Kaiser Franz ist bekannt, dass sie sich hunderte dieser Tsusoblätter haben zukommen lassen. Mit dem Opiumkrieg von 1839-1842 werden leider auch die Malerateliers niedergebrannt und zerstört. Anschließend wird Hong Kong neues Handelszentrum und weitere Häfen werden zum Export geöffnet. Die Manufakturen zerstreuen sich und die Produktion wird deutlich reduziert.
Im Deutschen Museum sind einige Exemplare vorhanden, von denen ein besonders schönes vorgestellt werden möchte. In unseren Sammlungen gehört es zur Drucktechnik und wird den Erzeugnissen der manuellen Papierherstellung aus Ostasien zugeordnet. Die blaue Abklebung ist mittlerweile verblichen. Nahezu unverändert präsentiert sich aber die feine Malerei. Auf den teilrasierten Köpfen schimmert der Haaransatz hindurch, die Dame rechts trägt schönen Schmuck, im Hintergrund wiegt sich das Gras.
Das Depot-Team besteht aus Restauratorinnen, Fotografen, technischen Mitarbeitern und einer Registrarin. Da das Ausstellungsgebäude grundlegend saniert wird, werden alle Depots auf der Museumsinsel beräumt. Das Team inventarisiert, fotografiert, konserviert und, so nötig, restauriert Exponate, bevor sie in die Außendepots gebracht werden. Das geschieht alles mit besonderer Sorgfalt - dafür stehen die Handschuhe, die zum Schutz der Objekte vom Team getragen werden. Ein besonderer Schatz oder etwas Kurioses, das dem Team Freude bereitet, wird als Depotfund des Monats im Blog vorgestellt. Dieser hier von Inga Ziegler (Diplom-Restauratorin FH).

Autor/in

Beräumungsteam

18 Restauratoren, Registrars, Fotografen und Transport-Mitarbeiter des Hauses sind derzeit auf der Museumsinsel im Einsatz, um 20.000 qm Ausstellungsfläche leerzuräumen. Im Herbst 2016 beginnen die Bauarbeiten. Bevor ein Ausstellungsstück sorgfältig und sicher für den Abtransport verpackt wird, muss für die lückenlose Dokumentation sein Zustand untersucht werden. Jedes Exponat wird fotografiert, konserviert, wenn nötig restauriert. In der Reihe "Entfernte Bekannte" stellt das Team im Blog regelmäßig besondere Objekte vor. Vor der Räumung hat ein Team aus dem Sammlungsmanagement unter der Rubrik "Depotfund des Monats" kuriose Objekte vorgestellt, die bei der Räumung der Depots auf der Museumsinsel zu Tage kamen.