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Vom Depot-Team
Mit Einzug der Industrialisierung wurden Mitte des 19. Jahrhunderts die ersten Schreibmaschinen entwickelt. Der Grundgedanke war dabei nicht, die mühsame Arbeit der Schreibkräfte zu verbessern, sondern vielmehr sehbehinderten Menschen das Schreiben zu ermöglichen. Die ersten gebrauchsfähigen Modelle kamen 1867 auf den Markt. Sie waren 10 kg schwer, hatten 78 Tasten und waren schwer zu bedienen. Büroarbeiter standen diesen Maschinen skeptisch gegenüber, denn diese stellten nicht zuletzt auch ihr handwerkliches Können in Frage. Nach und nach überzeugte jedoch das schnell zu produzierende, klare Schriftbild.
Zeigerschreibmaschine Mignon Modell rot, Baujahr 1906, 160 x 380 x 250 mm, 5,1 kg. Tableau und Walze auswechselbar, Farbbandbreite 11mm. Fotos: Deutsches Museum, Dirk Dahmer
Über 680 Schreibmaschinenmodelle hat das Deutsche Museum im Laufe der Zeit gesammelt, doch ein Exemplar sticht ganz besonders hervor: Die von Dr. Friedrich von Hefner-Alteneck entwickelte Zeigerschreibmaschine Mignon, produziert von 1903-1933.  Auf den ersten Blick erkennt man sie gar nicht als Schreibmaschine: keine große Tastatur und ohne den klassischen Aufbau für das einstudierte Zehn-Finger-System. Sie erinnert eher an einen Telegraph. Stattdessen findet sich links ein schlichtes Tableau mit Buchstaben, auf dem ein Zeiger an die richtige Stelle gesetzt wird. Die Verlängerung des Zeigers mündet in eine kleine Buchstabenwalze, die den entsprechenden Buchstaben in Position bringt. Es folgt ein Druck auf den Tastenhebel und der „hingeschobene“ Buchstabe landet auf dem eingespannten Papier. Durch austauschbare Tableaus und Walzen lässt sich das Repertoire auf 49 Schriften erweitern. Platzsparend, leicht und unprätentiös gibt sich also dieses kleine Wunderwerk der Technik und arbeitet dabei doch erstaunlich präzise und schnell. Dieses Modell in weinrot ist ganz besonders schön.
Das Depot-Team besteht aus Restauratorinnen, Fotografen, technischen Mitarbeitern und einer Registrarin. Da das Ausstellungsgebäude grundlegend saniert wird, werden alle Depots auf der Museumsinsel beräumt. Das Team inventarisiert, fotografiert, konserviert und, so nötig, restauriert Exponate, bevor sie in die Außendepots gebracht werden. Das geschieht alles mit besonderer Sorgfalt - dafür stehen die Handschuhe, die zum Schutz der Objekte vom Team getragen werden. Ein besonderer Schatz oder etwas Kurioses, das dem Team Freude bereitet, wird als Depotfund des Monats im Blog vorgestellt. Dieser hier von Inga Ziegler (Diplom-Restauratorin FH).

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Beräumungsteam

18 Restauratoren, Registrars, Fotografen und Transport-Mitarbeiter des Hauses sind derzeit auf der Museumsinsel im Einsatz, um 20.000 qm Ausstellungsfläche leerzuräumen. Im Herbst 2016 beginnen die Bauarbeiten. Bevor ein Ausstellungsstück sorgfältig und sicher für den Abtransport verpackt wird, muss für die lückenlose Dokumentation sein Zustand untersucht werden. Jedes Exponat wird fotografiert, konserviert, wenn nötig restauriert. In der Reihe "Entfernte Bekannte" stellt das Team im Blog regelmäßig besondere Objekte vor. Vor der Räumung hat ein Team aus dem Sammlungsmanagement unter der Rubrik "Depotfund des Monats" kuriose Objekte vorgestellt, die bei der Räumung der Depots auf der Museumsinsel zu Tage kamen.