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Von Jakob Häge
Gut einen Monat seiner Lebenszeit hat Peter Ecke im Deutschen Museum zugebracht. Und der Mann ist kein Mitarbeiter, sondern ein Besucher. Und der vielleicht treueste Fan, den das Museum hat. Dieser Tage ist Ecke zu seinem 250. Besuch im Deutschen Museum gewesen. Und da sind die Zweigstellen noch gar nicht mitgerechnet. Um die drei Stunden verbringt er bei jedem seiner Besuche hier. Als Kind war das Museum für ihn ein Abenteuerspielplatz und ein Ort, um Freunde zu treffen. Später lernte er hier seine erste Jugendliebe kennen. Aber es ist für Ecke auch bis heute ein Ort zum Staunen und Lernen. Seit Anfang der Siebziger besucht der 52-Jährige Münchner das Deutsche Museum regelmäßig - und hat dabei das Auge fürs Detail nie verloren.
So auch bei seinem Lieblingsexponat, dem Fischer-Ewer „HF 31“ – oder einfach „Maria“. Das Segelschiff sieht sich fast jeder Besucher des Deutschen Museums an; es befindet sich gleich hinter der Eingangshalle. Ecke liebt Details – und nimmt sie mit der Kamera auf. „Die Fische, die zum Trocknen auf dem Schiff aufgehängt sind habe, ich wahrscheinlich am häufigsten fotografiert“, sagt Peter Ecke. Tausende, vielleicht sogar Zehntausende Fotos dürfte er im Deutschen Museum gemacht haben. Ungewöhnliche Fotos: Kaum ein anderer Besucher des Deutschen Museums wird einzelne Schrauben, Muttern oder interessante Details in den Dioramen so akribisch dokumentiert haben wie er. Und vieles von dem, was er fotografiert, nimmt man nur wahr, wenn man sehr genau hinschaut. Oder wem ist überhaupt schon einmal aufgefallen, dass da getrocknete Fische auf der „Maria“ hängen?
Ecke ist in München geboren und aufgewachsen. Schon als Kind war er Stammgast im Museum – mit acht oder neun Jahren war er zum ersten Mal hier. Noch heute findet er das Museum sehr wichtig für die Erziehung und Bildung der Kinder. Aber natürlich geht es nicht nur um Bildung, sondern auch um den Spaß. Als Kind schlenderte er mit seinen Freunden durch die Ausstellungen, in der Hand die selbstgegossenen Flaschen aus der Vorführung über Kunststoffe. „Im Bergwerk haben wir Kohle stibitzt und die Mädchen geärgert“, sagt Ecke mit einem Lächeln. Und eine Treppe im Bergwerk ist auch der Ort, an dem ihm seine erste Jugendliebe buchstäblich in die Arme fiel. „Das war Zufall. Sie ist die Treppe heruntergestürzt und ich hab sie aufgefangen. Sie kannte das Museum noch nicht, also habe ich es ihr gezeigt. So sind wir ins Gespräch gekommen und haben Nummern ausgetauscht.“
Eine seiner Lieblingsvorführungen ist bis heute die Gießerei: Dort wurden kleine Zinkautos  gegossen, die die Kinder dann mit nach Hause nehmen durften. Ecke hat zuhause natürlich auch kleine Ziegelsteine aus der Miniziegeleianlage des Museums, und bei jedem Besuch des Deutschen Museums nimmt er sich aus dem Museumsshop noch ein kleines Andenken mit. Und natürlich hat er als Mitglied des Deutschen Museums eine Jahreskarte.
Die Faszination des Museums ist für den 52-Jährigen heute noch so stark wie eh und je. Für die Ausstellungen und die Inszenierung der Exponate interessiert er sich aufgrund seiner Arbeit als Dekorateur sehr. Und ausgelernt hat man ja ohnehin nie. Dem Umbau des Museums und den künftigen Ausstellungen sieht er erwartungsvoll entgegen. „Ich wünsche mir, dass es ein moderneres und aufregenderes Museum wird, das noch mehr Besucher anlockt.
Von der Historischen Luftfahrt kann man von oben einen Blick auf die „Maria“ werfen. „Aus dieser Perspektive ist sie auch sehr schön“, sagt Ecke, das Auge am Sucher. Der Blick wandert über das Schiff, um etwas Neues zu entdecken. Irgendwie ist auch die „Maria“ eine Jugendliebe von Peter Ecke. An der man immer noch neue, schöne Details entdeckt, auch wenn man sie schon fast 45 Jahre lang kennt.“

Bilder aus dem Museum von Peter Ecke:

Jakob Häge, Praktikant im Bereich Presse- und Öffentlichkeitsarbeit ( Nicht nur zuständig fürs Kaffee kochen und Kopieren ). Gerne schleicht er sich während der Arbeit in das Museum und spaziert durch die Ausstellungen. Manchmal auch nur
um sein "Alle meine Entchen" auf dem Theremin in der Abteilung Musikinstrumente zu perfektionieren.

Sein Tipp für den Ausstellungsbesuch: Wer etwas Lernen will und auch Staunen, schaut sich die Physikausstellung und die Vorführung "Flüssiger Stickstoff" an. Viel Nebel und irre Experimente bei -196°. Sehr cool!
 

Autor/in

Gastblogger

Immer wieder schreiben Gäste im Blog - Informationen zu diesen Autorinnen und Autoren finden sich im jeweiligen Beitrag. Als Gastblogger schrieben in letzter Zeit: <link 12873 - internal-link-new-window "Opens internal link in new window">Jutta Schlögl</link> war als Physik-Ingenieurin im Bereich Technische Entwicklung tätig und ist seit 2007 wissenschaftliche Mitarbeiterin des Deutschen Museums. Sie leitet das Projekt Experimentier-Werkstatt.Dorothea Föcking ist Hamburger Abiturientin und macht ein zweimonatiges Praktikum im Vorbereitungsteam der Sonderausstellung "Anthropozän". Ihr Tipp für einen Besuch im Deutschen Museum: Bei einem Museumsbesuch sollte man unbedingt Halt in der <link 81 - more>Pharmazie-Ausstellung</link> machen, um in das Innere der riesigen, gemütlichen Zellnachbildung zu schauen.