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Selbst konstruieren, bauen, steuern und programmieren können Kinder und Jugendliche seit inzwischen zehn Jahren im TUMlab, dem Experimentierlabor der TU München im Deutschen Museum. Mike Kramler, Ingenieur, und Miriam Voß, Biologin, leiten das Labor für Schulklassen, Kinder und Jugendliche, in dem auch Lehramtskandidaten einen Teil ihrer Ausbildung absolvieren können. Auch ohne Vorkenntnisse kann jeder und jede nach einem 2,5h Stunden Einstiegskurs einen Roboter als Staubsauger oder Schatzsucher durch das Labor sausen lassen.
Der Roboter-Programmierkurs ist ein Tumlab-Bestseller, für die begehrten Plätze wird eine Warteliste geführt. Neben Roboter bauen und programmieren sind Kurse wie Sterne am Nachthimmel finden, Moleküle am PC zusammensetzen, eine Fertigungsstraße steuern oder ein Wasserkraftwerk konstruieren im Angebot. Robotik, Astronomie, Chemie, Automatisierung sowie Umwelt & Technik sind Schwerpunkte im TUMlab, die thematisch mit Objekten in den Ausstellungen des Deutschen Museums verknüpft sind.
Im Oktober 2015 feierte das Labor 10. Geburtstag. Zur kleinen Party präsentierten Miriam Voß und Mike Kramler den Gästen die neuesten Ideen aus dem Labor:

Was ist das?

Eine Kugelbahn mit Showeffekt. Sie soll Spaß machen und überraschen. Der Hammer schubst die Kugel, die springt und lässt dabei einen Becher nach oben schnellen. Das Tolle dabei: jeder kann und soll die Bahn weiterbauen und verändern.

Was hat das mit Programmieren zu tun?

Mike Kramler: Hier geht es um das Konstruieren am Rechner. Die Einzelteile werden am Rechner geplant, um sie immer wieder verändern zu können. Es bedarf einiger Versuche, die Wippe so zu konstruieren, dass sie eine schwere Kugel in die Luft bringt. Zum anderen geht es darum, Abläufe in Folge zu bringen. Im Augenblick arbeiten wir daran, die Kugelbahn mit Leuchtdioden zu verbinden, so dass ein Lauflicht den Weg der Kugel anzeigt. In einer Folge der „Sendung mit der Maus“ hat Armin eine verrückte Kugelbahn vorgeführt, so bin ich auf die Idee gekommen. Daher stammt auch der Name Mausbahn.

Was ist das?

Hinter dem kleinen Kästchen steckt ein Kurs, bei dem man Farben mischen und projizieren kann. Drei Leuchtdioden werfen Farbkreise an den Schachteldeckel oder an eine Wand. Die Box ist so raffiniert, dass man bei heruntergeklapptem Deckel durch eine Öffnung  projizieren kann. Vorher sucht man sich die Lieblingsfarbe am Computer und versucht dann, genau diese Farbe mit dem Lichtmischer zu erzeugen.

Worum geht es dabei?

Miriam Voß: In unserem Alltag gibt es Monitore und Displays aller Art, beim Smartphone, beim Computer, beim Fernseher – und alle funktionieren nach dem gleichen Prinzip wie der Lichtmischer. Die Jugendlichen löten ihre Lichtmischer-Box selbst mit Leuchtdioden und Drehknöpfen zusammen – für viele ein erster Exkurs in die Welt der Elektronik - und nehmen sie später als Deko-Objekt mit nach Hause.
Zur Feier des Tages fährt der Roboter nicht durch das übliche Kurslabyrinth, sondern sucht sich seinen Weg  durch die Umrisse der Zahl 10: Er startet in der 1 und fährt dann in der 0 immer im Kreis herum. Mit seinen Augen blickt er vorher um die Kurve, die er gleich nehmen wird. Auf dem Display signalisieren gemalte Augen, welche Kurve er gleich nehmen wird.

Warum ist der Kurs so beliebt?

Miriam Voß: Wir arbeiten mit Lego-Robotern und die sind einfach sehr bekannt und sehr beliebt. Das Programmieren läuft also nicht nur am Bildschirm ab, sondern die Kinder und Jugendlichen sehen direkt, was der Roboter tut, wenn sie ihm die Programmierungsbefehle schicken. Roboter sind einfach ein spannendes Thema: Sie werden in vielen Bereichen eingesetzt – und werden immer wichtiger. Es wird viel daran geforscht. Beim Kurs kann man ausprobieren, wie so ein Roboter eigentlich funktioniert.

Impressionen 10 Jahre Tumlab - Bildergalerie

Und wie geht es jetzt weiter?

Das Tumlab zieht um: Bisher war es im Erdgeschoss, zwischen Tunnelbau und Modelleisenbahn. Dieser Bereich wurde im Rahmen der Modernisierung des Deutschen Museums geräumt. Das Tumlab zieht während der ersten Bauphase in Ebene 2. Hinter der Miniziegel-Anlage in der Keramik-Ausstellung findet es einen neuen Platz. Wer einen Kurs buchen möchte, findet weitere Informationen auf unserer Webseite.
  • Plan Ebene 2
  • Mehr zum TUMlab
Annette Lein ist Internetredakteurin am Deutschen Museum. Alle Neuigkeiten tickern früher oder später durch das Redaktionssystem auf ihren Bildschirm. Als Germanistin und Theaterwissenschaftlerin erzählt sie im Blog gerne von den Geschichten und Menschen, die das Deutsche Museum zu dem machen, was es ist.

Autor/in

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Annette Lein

leitet das digitale Redaktionsteam am Deutschen Museum. Alle Neuigkeiten tickern durch das Redaktionssystem auf ihren Bildschirm. Als Germanistin und Theaterwissenschaftlerin erzählt sie im Blog gerne von den Geschichten und Menschen, die das Deutsche Museum zu dem machen, was es ist. Ihr Tipp für einen Besuch im Deutschen Museum: In der Ausstellung Meeresforschung die Tauchkugel Trieste ansehen und sich dabei vorstellen, wie sich Jaques Piccard in dieser dickwandigen Kugel gut 11 km zur tiefsten Stelle des Ozeans hat herabsinken lassen. Der Schweizer Forscher hat dabei einen Plattfisch entdeckte - ja, es gibt Leben in der Tiefsee!