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Von Christine Kolczewski
Unsere Lebenserwartung steigt, während die Zahl der Menschen in Deutschland abnimmt. Lebenslanges Lernen ergänzt Studium und Ausbildung. Unsere Gesellschaft wird vielfältiger. Und: die Art, wie wir arbeiten, verändert sich fundamental. Wie wird sich das auf unsere Zukunft auswirken? Mit dieser spannenden Frage beschäftigt sich die Ausstellung „Zukunft leben – die demografische Chance“ der Leibniz-Gemeinschaft, die bis zum 30. März 2014 im Zentrum Neue Technologien gezeigt wird.
Die Ausstellung verdeutlicht auf anschauliche Weise, wie sich der demografische Wandel auf unser Leben auswirkt. In neun Abteilungen wird auf der Basis von Ergebnissen und Lösungsvorschlägen aus der Forschung gezeigt wie wir morgen lernen, arbeiten, Familien bilden, altern und wohnen werden.
Der demographische Wandel – also die Tendenzen der Bevölkerungsentwicklung bezüglich Altersstruktur, Bevölkerungszusammensetzung, Geburten- und Sterbefallentwicklung – stellt unsere Gesellschaft in den kommenden Jahren vor große Herausforderungen. Trotz steigender Lebenserwartung nimmt die Zahl der Menschen in Deutschland ab, der Anteil älterer Menschen an der Gesamtbevölkerung steigt. Dies wirkt sich zum Beispiel auf unsere Arbeitswelt aus: immer weniger jüngere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer stehen immer mehr Älteren gegenüber – trotz Zuwanderung. Auch auf andere Bereiche des alltäglichen Lebens hat die Altersstruktur und Bevölkerungszusammensetzung Einfluss: auf das Gesundheitswesen, die Altersvorsorge, die staatliche Infrastruktur und unsere Wirtschaftskraft.  Blick in die Ausstellung "Zukunft leben":
Vielleicht fragen sich einige unserer Leser, wieso das Deutsche Museum als Museum von Meisterwerken der Technik und Naturwissenschaft eine Sonderausstellung zum Thema „Zukunft leben – die demografische Chance“ zeigt. Nun, Technik und Naturwissenschaft waren schon immer der Motor für „materiellen“ Wohlstand, weil sie zur Lebensbewältigung und zur Welterkenntnis beitragen. Der wachsende Anteil älterer Menschen in unserer Bevölkerung möchte weiterhin mobil bleiben, aktiv sein und eine bestmögliche gesundheitliche Versorgung genießen. Naturwissenschaftliche und technische Forschung kann hier helfen, beispielsweise durch Fortschritte in der Pharmazie oder der Medizintechnik. Die vernetzte Arbeitswelt, Home-Office-Arbeitsplätze oder auch das lebenslange Lernen – immer wichtiger für das gesellschaftliche Schicksal eines jeden einzelnen – machen die Entwicklung schneller und leistungsfähiger Computerinfrastrukturen nötig. Unsere Arbeitswelt wird auch immer flexibler, häufig sind Umzüge nötig und Familien leben über den halben Erdball verstreut. Technik hilft, in Kontakt zu bleiben, sei es durch ein Skype-Telefonat mit dem Laptop oder Messenger-Dienste auf dem Smartphone. Selbst Satellitenverbindungen ins All sind heutzutage state-of-the-art. 
Gerade weil der Anteil junger Menschen an der Gesamtbevölkerung abnimmt, ist es umso wichtiger, bei jungen Menschen für Forschung, Entwicklung und Umsetzung im Markt zu werben – um auch die zukünftigen Herausforderungen für die Menschheit meistern zu können. 
Gründe genug also, um in einer spannenden Sonderausstellung mehr über den demografischen Wandel und die Chancen, die er bietet, zu erfahren. In einer täglichen öffentlichen Führung um 14.30 Uhr erhalten Sie in 20 Minuten einen Überblick zu den Themen und Schwerpunkten der Ausstellung. Mehr zu unserem Führungsangebot und alle Informationen zum Familientag am 9.2.2014 finden Sie auf der Seite der Ausstellung.
Christine Kolczewski leitet das Zentrum Neue Technologien (ZNT) und ist Kuratorin für Nano- und Biowissenschaften. Neben der Betreuung und Aktualisierung der Sammlung und Ausstellung zur Nano- und Biotechnologie gehören auch Veranstaltungen zum Thema Neue Technologien zu ihren Aufgaben. Sie betreut die Präsentation dieser Wanderausstellung im Deutschen Museum.
Ihr Tipp für einen Museumsbesuch: Die Abteilung Technisches Spielzeug – weil man zum Spielen und Entdecken nie zu alt ist.

Autor/in

Christine Kolczewski

leitet das Zentrum Neue Technologien (ZNT) und ist Kuratorin für Nano- und Biowissenschaften. Neben der Betreuung und Aktualisierung der Sammlung und Ausstellung zur Nano- und Biotechnologie gehört auch die Entwicklung und Planung von Veranstaltungen zum Thema Neue Technologien zu ihren Aufgaben. Außerdem leitet sie die Abteilung Ausstellungsprojekte Sonderausstellungen und ist Ansprechpartnerin für alle großen und kleinen Sonderausstellungen auf der Insel. Ihr Tipp für einen Museumsbesuch: Die Abteilung Technisches Spielzeug – weil man zum Spielen und Entdecken nie zu alt ist.