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Zeitgenössischer Tanz im technisch-naturwissenschaftlichen Museum? Das Deutsche Museum ist beim Stück "Die Füße und Ohren der Engel" nicht nur ein ungewöhnlicher Aufführungsort, sondern auch Kooperationspartner. Das Stück greift Titel und Thema einer Sonderausstellung zur Prothetik auf und beleuchtet ein „Leben mit Ersatzteilen“ aus der Künstlerperspektive. Etwa 15% aller Menschen weltweit müssen mit einer Behinderung leben. Manche davon können durch verschiedene Hilfsmittel, wie Prothesen oder Implantate, zum Teil ausgeglichen werden. So fällt die Behinderung oftmals für das Umfeld wenig auf. Doch wie gehen Betroffene mit ihrem Handicap um? Die Choreografin und Regisseurin Yvonne Pouget kennt das Thema aus eigener Erfahrung. Seit mehr als 20 Jahren trägt sie eine Glatze – nicht freiwillig, sondern krankheitsbedingt. Im letzten Jahr wurde ihr eine Bandscheibenprothese in die Halswirbelsäule implantiert, sie musste die für 2012 geplante Uraufführung des Stückes verschieben und lange Zeit pausieren. Die Zuschauer sollen mit den Mitteln des Tanzes und der Musik ein Gefühl dafür bekommen, wie es ist, wenn der Körper auf einmal nicht mehr „richtig“ funktioniert.
Dabei stehen fünf Akteure auf der Bühne im Zentrum Neue Technologien. Die vom japanischen Butoh-Tanz geprägte Formsprache von Yvonne Pouget trifft auf die Ästhetik der klassisch wie zeitgenössisch ausgebildeten Tänzer Natalia Palshina und David N. Russo. Die Tänzer werden von der Sopranistin und Livemusikerin Anna-Maria Hefele und vom Schauspieler und Sänger Giacomo Di Benedetto begleitet.
Uraufführung: 7. November 2013, 20:00 Uhr
Weitere Vorstellung: 8. November 2013, 20:00 Uhr
Deutsches Museum, Zentrum Neue Technologien
Tickets:
18€ / ermäßigt 14 €
Reservierung:
Tickets können per E-Mail an tanztheater@deutsches-museum.de und Tel. 089/2179-355 reserviert werden.
Abendkasse: An den Veranstaltungstagen ab 18.30 Uhr
Einlass: ab 19:45 Uhr.
Im Rahmen der Zukunftsinitiative erarbeitet das Deutsche Museum derzeit eine Dauerausstellung "Gesundheit". Medizintechnik ist ein Thema, das aus technischer und technikhistorischer Sicht ausnehmend interessant ist und gleichzeitig eine wesentliche soziale und ethische Komponente hat. Erfahrungsgemäß sind Museumsbesucher hieran besonders interessiert. Dementsprechend ist es für das Deutsche Museum reizvoll, sich der Thematik - Umgang mit Verlust und Ersatz eines Körperteils - aus künstlerischer Sicht zu beschäftigen. Das Deutsche Museum verfügt über etwa 500 Exponate aus dem Fachgebiet Medizintechnik. Darunter befinden sich spannende Objekte, wie etwa eine Unterkieferprothese aus Elfenbein, ein Monokel aus dem 19. Jahrhundert, biologische Herzklappen und ein Exemplar einer eisernen Lunge. 

Autor/in

Annette Lein

leitet das digitale Redaktionsteam am Deutschen Museum. Alle Neuigkeiten tickern durch das Redaktionssystem auf ihren Bildschirm. Als Germanistin und Theaterwissenschaftlerin erzählt sie im Blog gerne von den Geschichten und Menschen, die das Deutsche Museum zu dem machen, was es ist.

Ihr Tipp für einen Besuch im Deutschen Museum: In der Ausstellung Meeresforschung die Tauchkugel Trieste ansehen und sich dabei vorstellen, wie sich Jaques Piccard in dieser dickwandigen Kugel gut 11 km zur tiefsten Stelle des Ozeans hat herabsinken lassen. Der Schweizer Forscher hat dabei einen Plattfisch entdeckte - ja, es gibt Leben in der Tiefsee!