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Von Albert Bozesan Unsere heutige Welt hängt stärker von Satelliten ab, als wir denken; Fernsehen, Telefon, GPS, Internet, niemand kann ohne sie leben. Auch die Wissenschaft hängt immer mehr an den Forschungssatelliten, die aber leider noch sperrig und teuer sind. Doch seit einigen Jahren wird mit kleinen sogenannten Pico-Satelliten experimentiert, die unter einem Kilo wiegen und viel weniger kosten als bisherige Forschungssatelliten. Zwar können die kleinen Satelliten die Großen nicht vollständig ersetzen, doch sie helfen dabei, die Kosten niedrig zu halten und so jedem die Chance geben, sich an Experimenten zu beteiligen. Professor Klaus Schilling baute mit seinen Studenten an der Universität Würzburg den erste Pico-Satelliten Deutschlands, genannt UWE-1 (Universität Würzburg Experimentalsatellit), dessen Testmodell am 18. Juli 2012 an das Deutsche Museum übergeben wurde.
UWE-1 wurde am 27. Oktober 2005 in seine Umlaufbahn 690 km über der Erde gebracht. Nach vier Jahren folgte UWE-2 nach. Professor Klaus Schilling denkt noch an viele weitere Pico-Satelliten, die Planungen laufen bis UWE-11. Die Satelliten sollen den Wissenschaftlern helfen, wichtige Erkenntnisse über Internetkommunikation im Weltall zu bekommen. So können Internetprotokolle den Bedingungen außerhalb der Atmosphäre angepasst werden. Außerdem werden auf den kleinen Satelliten neue Solarzellen getestet, um sie effizienter und widerstandfähiger machen zu können. Schilling und seine Studenten an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg wünschen sich, dass die Kleinsatelliten in naher Zukunft große Satelliten ergänzen werden und so die Kommunikation im All erleichtern. Nun, circa neun Jahre nach der ersten Planung des Prototyps, übergibt Prof. Klaus Schilling das Testmodell von UWE-1, sowie das neuste Modell des UWE-3, als Dauerleihgaben an das Deutsche Museum. In die Raumfahrtabteilung passen die UWEs perfekt hinein: neben älteren Satelliten wie Telstar 1 (1962) und dem ersten Wettersatelliten TIROS 1 (1960) kann man die kleinen 10x10 cm großen Würfel demnächst besichtigen.

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Gastblogger

Immer wieder schreiben Gäste im Blog - Informationen zu diesen Autorinnen und Autoren finden sich im jeweiligen Beitrag. Als Gastblogger schrieben in letzter Zeit: <link 12873 - internal-link-new-window "Opens internal link in new window">Jutta Schlögl</link> war als Physik-Ingenieurin im Bereich Technische Entwicklung tätig und ist seit 2007 wissenschaftliche Mitarbeiterin des Deutschen Museums. Sie leitet das Projekt Experimentier-Werkstatt.Dorothea Föcking ist Hamburger Abiturientin und macht ein zweimonatiges Praktikum im Vorbereitungsteam der Sonderausstellung "Anthropozän". Ihr Tipp für einen Besuch im Deutschen Museum: Bei einem Museumsbesuch sollte man unbedingt Halt in der <link 81 - more>Pharmazie-Ausstellung</link> machen, um in das Innere der riesigen, gemütlichen Zellnachbildung zu schauen.