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Das Zentrum Neue Technologien (ZNT) ist Preisträger im bundesweiten Wettbewerb „365 Orte im Land der Ideen“. Der Preis zeichnet Projekte aus, die Deutschland zukunftsfähig machen. Wir freuen uns sehr über diese Auszeichnung. Gerade die aktuelle Diskussion über Stammzellenpatente, grüne Gentechnik und Nano-Materialien zeigt, wie wichtig es ist, Grundlagen über Nano- und Biotechnologie zu vermitteln. Das versuchen wir im ZNT – in einer Mischung aus klassischen Exponaten, Demonstrationen, Laboren und neuesten Medien. "Was braucht man, um eine Ausstellung zu machen?" – bei der Preisverleihung am 7. Mai präsentierten eine Biologin, ein Medientechniker, eine Bildhauerin, ein Modellbauer und ein Kirchenmaler – alle Mitarbeiter im Deutschen Museum – wie aus einer Idee eine Ausstellung entsteht.
Sabine Gerber stellt die Arbeit des Kuratorenteams vor. Sie wollen in der Ausstellung Grundlagen der Nano- und Biowissenschaften erklären, Forschung darstellen, offene Fragen diskutieren und Besucher einbinden. Mit welchen Mitteln setzt man das museal um? Mit Modellen? Filmen? Demonstrationen?
Thomas Mondt hat für die Ausstellung ein neues Mediensystem entwickelt. Besucher können über 65 Zoll große Touchscheiben Medieninhalte zu den darunter präsentierten Exponaten abrufen. Eine neue Form des bewährten Knopfdruck-Experiments. Die Inhalte können von den Kuratoren tasgesaktuell eingespielt werden.

Sabine Köhl arbeitet in der Bildhauerwerkstatt. Ihre Aufgabe war es, ein Modell für ein Bakterium im Maßstab 1 zu 1 Mio zu entwickeln - also groß! Wie kann das in einer Vitrine hängen? Mit welchem Material wird es nicht zu schwer? Es soll angeschnitten sein, um den Zellaufbau zu zeigen - wie bekommt man einen guten Anschnitt hin? Sabine Köhl entschied sich unter anderem für Gips, Paketband und transluzentes Silikon.
Dann kommt Farbe ins Spiel. Roland Dafinger, Kirchenmaler und Mitarbeiter bei den Ausstellungsmalern musste unter anderem daran tüfteln, wie er die von den Bildhauern hergestellten Bakterien- und Virenmodelle farbig macht. Dabei hatte er verschiedene Oberflächen zu bearbeiten, Kunststoff, Metall, Holz - aber eben auch Paketband.
Den Lotuseffekt, das Geheimnis nanobeschichteter Oberflächen erklären wir in der Ausstellung unter anderem mit einer "Lotusbahn". Die wurde in unserer Modellbauwerkstatt erfunden und zeigt das Verhalten von Wassertropfen einmal auf nanobeschichteter und einmal auf unbeschichteter Bahn, an deren Ende sie jeweils in einen anderen Trichter fließen. In der Entwicklung hat der Wassertropfen selten das getan, was man von ihm wollte. Und da half nur eines, wie Franz Huber verriet: Putzen, Putzen, Putzen. Jetzt hält sie dem Dauerbetrieb im Museum stand.
Dr. Lorenz Kampschulte, Leiter des Zentrum Neue Technologien, hat durch die Veranstaltung geführt und nimmt hier den Preis von Stephan Jugenheimer von der Deutschen Bank entgegen. 
Sie finden mehr zum Zentrum Neue Technologien auf unseren Webseiten. Im ZNT finden auch regelmäßig Rote-Punkt-Führungen in der Ausstellung Nano- und Biotechnologie statt. Die Teilnahme ist kostenlos.

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Annette Lein

leitet das digitale Redaktionsteam am Deutschen Museum. Alle Neuigkeiten tickern durch das Redaktionssystem auf ihren Bildschirm. Als Germanistin und Theaterwissenschaftlerin erzählt sie im Blog gerne von den Geschichten und Menschen, die das Deutsche Museum zu dem machen, was es ist. Ihr Tipp für einen Besuch im Deutschen Museum: In der Ausstellung Meeresforschung die Tauchkugel Trieste ansehen und sich dabei vorstellen, wie sich Jaques Piccard in dieser dickwandigen Kugel gut 11 km zur tiefsten Stelle des Ozeans hat herabsinken lassen. Der Schweizer Forscher hat dabei einen Plattfisch entdeckte - ja, es gibt Leben in der Tiefsee!