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Heute wurde ein neues Exponat in der Ausstellung zum Deutschen Zukunftspreis enthüllt: der "Elefantenrüssel". Sein richtiger Name lautet eigentlich "bionischer Handling-Assistent" - und damit wird auch schon klar, was wir hier sehen: die Servicerobotik der Zukunft. Bisher ist der "Elefantenrüssel" ein Prototyp und wird so auch in der Ausstellung gezeigt. Die Besucher können ihn bewegen und erfahren in einer Station, mit welchen Verfahren er entwickelt und hergestellt wurde. Warum hat ein "Elefantenrüssel" den Preis des Bundespräsidenten für Technik und Innovation erhalten? Der Bionische Handlingassistent, so ist in der Pressemitteilung des Bundespräsidenten zu lesen, überwindet die "Ungelenkigkeit und fehlende Sensibilität von Robotern, die derzeit in der industriellen Produktion eingesetzt werden". Seine Besonderheit ist eine enorme Anpassungsfähigkeit: Greifer und Finger können sehr behutsam selbst rohe Eier, Tomaten oder ein Glas Wasser anfassen und ebenso sachte mit Tieren und Menschen umgehen. Voraussetzung für die ausgeprägte Feinfühligkeit des „Bionischen Handling-Assistenten“ ist seine Leichtbauweise, die auf einem 3D-Druckverfahren basiert. Dabei werden schrittweise dünne Pulverschichten eines biegsamen Kunststoffs übereinander aufgetragen und per Laser verschmolzen.
Der Elefantenrüssel hat also beides: wirtschaftliche und eine wissenschaftliche Bedeutung. Klar, das Marktpotential ist groß, die demographische Entwicklung führt zu einer Gesellschaft, bei der immer mehr Menschen auf "Service" angewiesen sind. Die wissenschaftliche Innovation liegt in der Anwendung und Kombination neuer Verfahren wie Bionik, Mechatronik und generativer Fertigung. Dr. Peter Post, Dipl.-Ing. Markus Fischer und Dipl.-Ing. Andrzej Grzesiak haben den Rüssel entwickelt. Mehr über die Erfinder und über weitere innovative wissenschaftliche Entwicklungen kann man in der Ausstellung zum Deutschen Zukunftspreis sehen.

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Annette Lein

leitet das digitale Redaktionsteam am Deutschen Museum. Alle Neuigkeiten tickern durch das Redaktionssystem auf ihren Bildschirm. Als Germanistin und Theaterwissenschaftlerin erzählt sie im Blog gerne von den Geschichten und Menschen, die das Deutsche Museum zu dem machen, was es ist. Ihr Tipp für einen Besuch im Deutschen Museum: In der Ausstellung Meeresforschung die Tauchkugel Trieste ansehen und sich dabei vorstellen, wie sich Jaques Piccard in dieser dickwandigen Kugel gut 11 km zur tiefsten Stelle des Ozeans hat herabsinken lassen. Der Schweizer Forscher hat dabei einen Plattfisch entdeckte - ja, es gibt Leben in der Tiefsee!