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Von Peter Thum

Der Deutschlandflug ist ein historisch bedeutender Flugwettbewerb, der in diesem Jahr 100. Geburtstag feierte. Er findet alle zwei Jahre statt und startete in diesem Jahr in Hannover. Hundert Flugzeuge, aufgeteilt in eine Touring- und eine Wettbewerbsgruppe, flogen in diesem Jahr mit und berührten dabei einige Flugplätze, die schon bei den ersten Deutschlandflügen in den Jahren 1911, 1925 und 1931 Gastgeber waren, wie beispielsweise Oberschleißheim, der älteste noch aktive Fluplatz Deutschlands. Dass die Flugwerft Schleißheim das Ziel des Deutschlandflugs war, nahmen wir zum Anlass, am Wettbewerb teilzunehmen. Eine echte Herausforderung... Wir flogen in der Wettbewerbsgruppe mit und hatten vier Etappen zu fliegen: Hannover - Dessau, Dessau - Kamenz, Kamenz - Weiden (Opf.) und Weiden - Oberschleißheim.
Nun ist es aber mit dem Fliegen allein bei so einem Navigationswettbewerb nicht getan, es muss auch auf die Sekunde pünktlich gestartet werden. Aus der Luft gilt es, Wegpunkte zu finden und sekundengenau zu überfliegen. Zehn solcher Wegpunkte gibt es auf der gesamten Strecke. Sie sind auf einer Karte markiert und durch Luftbilder gekennzeichnet. Hans Kobersteins 20-jährige Erfahrung als Luftbildflieger kam uns dabei sehr zustatten. Weil das noch nicht genug Stress ist, mussten die Wegpunkte auch noch sekundengenau überflogen werden und am Zielflugplatz war eine präzise Ziellandung hinzulegen. Der zu treffende Streifen ist sage und schreibe 3m breit! (Die Markierung für Verkehrsflugzeuge auf Großflughäfen hat 150m Breite - nur zum Vergleich). Jede Abweichung vom Soll sowie das Nichtfinden oder falsch Eintragen von Fotos wird mit Strafpunkten geahndet, die wir reichlich gesammelt haben. Wir bemerkten auf der ersten Etappe sehr schnell, dass diese Aufgaben ohne entsprechende Erfahrung kaum zu lösen sind, konnten aber mit dem täglich steigenden Schwierigkeitsgrad einigermaßen Schritt halten. Die letzte Landung in Schleißheim brachte zugleich Erleichterung wie auch Bedauern über das Ende dieser vier tollen Tage. In der Flugwerft wurde der Abschluss des Jubiläumsflugs würdig gefeiert.
PS: Von 66 gestarteten Teilnehmen (bei einem Ausfall) erreichten wir Platz 46 (4143 Strafpunkte), mit dem wir sehr zufrieden sind. In der Einsteigerwertung, d.h. Besatzungen, die noch nie an einem Deutschlandflug oder einer deutschen Meisterschaft teil genommen haben, erreichten wir Platz 12 von 20. Peter Thum hat technischer Zeichner gelernt, war U-Bahn-, Bus- und Taxifahrer, und ist Pilot. Seit 2006 arbeitet er im Aufsichtsdienst des Deutschen Museums. Dort macht er Führungen durch die Luft- und Raumfahrt.
Auch die Museumsbesucher hatten an diesem Tag die Möglichkeit, den Flugzeugen beim Landen zuzusehen. Das ist natürlich das I-Tüpfelchen beim Besuch eines Luftfahrtmuseums und nur möglich, weil die Flugwerft an einem noch aktiven Flugplatz steht. Bald gibt es dort wieder spektakuläre Abenteuer in den Lüften zu sehen. Am 6. und 7. August 2011 findet der Fly-In statt. 35 seltene und historische Flugzeuge werden erwartet. Wer selbst abheben will, kann dann mit dem Doppeldecker An-2 mitfliegen.

Autor/in

Gastblogger

Immer wieder schreiben Gäste im Blog - Informationen zu diesen Autorinnen und Autoren finden sich im jeweiligen Beitrag. Als Gastblogger schrieben in letzter Zeit: <link 12873 - internal-link-new-window "Opens internal link in new window">Jutta Schlögl</link> war als Physik-Ingenieurin im Bereich Technische Entwicklung tätig und ist seit 2007 wissenschaftliche Mitarbeiterin des Deutschen Museums. Sie leitet das Projekt Experimentier-Werkstatt.Dorothea Föcking ist Hamburger Abiturientin und macht ein zweimonatiges Praktikum im Vorbereitungsteam der Sonderausstellung "Anthropozän". Ihr Tipp für einen Besuch im Deutschen Museum: Bei einem Museumsbesuch sollte man unbedingt Halt in der <link 81 - more>Pharmazie-Ausstellung</link> machen, um in das Innere der riesigen, gemütlichen Zellnachbildung zu schauen.