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Mit "Moin, moin" wird man im Deutschen Museum selten gegrüßt. Und auch sonst fallen die drei starken Männer irgendwie auf, die derzeit im Freigelände des Museums arbeiten. Henno Böök und seine zwei Mitarbeiter stammen aus Dunum in Ostfriesland. Sie sind Anfang der Woche nach München gereist, um die Windmühle im Freigelände abzubauen. Dazu sind einige Wochen veranschlagt, denn die "Windmühle Bauart Erdholländer", Baujahr 1866, soll in Wieserdermeer, ihrem ursprünglichen Standort an der ostfriesischen Küste, im Jahr 2016 wieder in Betrieb gehen. Der Mühlenbauer Hermann Böök, Großvater von Henno Böök, hat die Mühle an das Deutsche Museum vermittelt und dort auch aufgebaut. In Wieserdermeer war sie bis 1955 in Betrieb. Vom Museum wurde sie 1960 erworben und hier originalgetreu und betriebsfähig wieder aufgestellt. Zu ihrem hundersten Jubiläumsjahr wurde die Mühle mit originalen Gegenständen und Werkzeugen aus der Kleinmüllerei ausgestattet und am 7. Mai 1966 für die Besucher geöffnet. Seither wurde die Mühle gewartet und gepflegt: die Flügel gestrichen und regelmäßig bewegt, das Dach entmoost; im Jahr 2000 wurde sie rundlegend renoviert und saniert.

Mittlerweile ist der geschützte Baumbestand auf unserer Isarinsel gewachsen. Die Wartung der Mühle ist durch die riesigen Baumkronen stark erschwert, und damit ist der Erhalt dieses Kulturguts gefährdet. Vor allem konservatorische Überlegungen führten dazu, dass das Deutsche Museum die Mühle an die Stadt Wieserdermeer zurückgibt.

Im Blog halten wir Sie über den Abbau auf dem Laufenden. Was kommt an die Stelle des Erdholländers im Freigelände? Was hat es auf sich mit dem Spruch "wer zuerst kommt, mahlt zuerst"? Und wie gefällt den ostfriesischen Mühlenbauern München? Stellen Sie uns Ihre Fragen als Kommentar zu diesem Artikel.

Mehr zur Geschichte und Funktion der Windmühle finden Sie hier

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Annette Lein

leitet das digitale Redaktionsteam am Deutschen Museum. Alle Neuigkeiten tickern durch das Redaktionssystem auf ihren Bildschirm. Als Germanistin und Theaterwissenschaftlerin erzählt sie im Blog gerne von den Geschichten und Menschen, die das Deutsche Museum zu dem machen, was es ist. Ihr Tipp für einen Besuch im Deutschen Museum: In der Ausstellung Meeresforschung die Tauchkugel Trieste ansehen und sich dabei vorstellen, wie sich Jaques Piccard in dieser dickwandigen Kugel gut 11 km zur tiefsten Stelle des Ozeans hat herabsinken lassen. Der Schweizer Forscher hat dabei einen Plattfisch entdeckte - ja, es gibt Leben in der Tiefsee!