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Faszination, Abenteuergeist und Forscherdrang - mit diesen Worten beschreibt Generaldirektor Wolfgang M. Heckl die bemannte Raumfahrt. Die Eroberung des Luftraumes können die Besucher in den Ausstellungen des Deutschen Museums vom Erbe Otto Lilienthals bis zum russischen Raumanzug erleben. Doch manchmal hat man das Glück, dass von Zeitzeugen Wissenschafts- und Technikgeschichte erzählt wird. Dann kann es zu den besonderen Momenten kommen, wo mutige Pioniere, weltbewegende Ereignisse und große Emotionen aufeinandertreffen. Einen solchen Moment konnten die Teilnehmer an der Veranstaltung "Fünfzig Jahre Bemannte Raumfahrt: Juri Gagarins erster Flug" am 17. März 2011 erleben. Kosmonauten, Raumfahrer, Musiker und Sängerinnen feierten Juri Gagarin auf Einladung des Zentrums russischer Kultur in München MIR e.V. in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Museum. "Gagarins Treibstoff war der Kalte Krieg" so bringt es der Buchautor und Journalist Gerhard Kowalski auf den Punkt, der alles, aber auch wirklich alles, über Gagarin weiß. Der Gagarin-Biograf ist den immer wieder auftauchenden Geheimdokumenten auf der Spur, um mehr über die sagenumwobene erste Erdumrundung und das kurze Leben des Kosmonauten zu erfoschern. Kowalski kennt die Zahlen auswendig: 517 Menschen aus 37 Ländern waren seit Gagarins Flug im All. Das Zitat "Er hat uns alle ins Weltall gerufen" stammt übrigens von US-Astronaut Neil Armstrong, der als erster Mensch auf dem Mond Gagarin in weltweiter Berühmtheit, was Menschen im All betrifft, überholt hat. Die Geschichte der Rivalität der Großmächte UdSSR und USA im Kalten Krieg und die Rolle der Medien spielen auch an dem Abend der Veranstaltung eine Rolle. Heute ist das anders: 16 Nationen betreiben gemeinsam die Internationale Raumstation ISS. Vom Leben und Forschen auf der ISS berichten die Kosmonauten Mikhail Korniyenko und Aleksandr Skvortsov, die im Jahr 2010 rund 170 Tage auf der ISS verbracht haben.
Zum Abschluss berichtet Wissenschaftsastronaut und ESA-Manager Dr. Reinhold Ewald, der 1997 selbst die russische Raumstation MIR besucht hat. Er gibt einen Ausblick auf die nächsten Schritte, die in der bemannten Raumfahrt anstehen. Für die Reise zum Mars müssen wohl noch leistungsstärkere Triebwerke entwickelt werden - Noch würde sie mehr als 500 Tage dauern. Weitere "heiße Kandidaten" sind die Monde des Mars oder Asteroiden. Mit dem Raumschiff Shenzou und Taikonauten (chinesische Raumfahrer) ist die Weltmacht China mittlerweile am Markt. Es bleibt also spannend. Und über das Vortrags- und Veranstaltungsprogramm des Deutschen Museums können Sie sich über die neusten Entwicklungen informieren.

Der offizielle Teil des Abends endete mit dem Lieblingslied der russischen Kosmonauten "Hoffnung" - und einem Eintrag ins Goldene Buch des Deutschen Museums. Noch später wurde getanzt und gefeiert, dass der Flug eines Mannes, nur 16 Jahre nach dem Ende des 2. Weltkriegs ein neues Zeitalter eingeläutet hat.

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Annette Lein

leitet das digitale Redaktionsteam am Deutschen Museum. Alle Neuigkeiten tickern durch das Redaktionssystem auf ihren Bildschirm. Als Germanistin und Theaterwissenschaftlerin erzählt sie im Blog gerne von den Geschichten und Menschen, die das Deutsche Museum zu dem machen, was es ist. Ihr Tipp für einen Besuch im Deutschen Museum: In der Ausstellung Meeresforschung die Tauchkugel Trieste ansehen und sich dabei vorstellen, wie sich Jaques Piccard in dieser dickwandigen Kugel gut 11 km zur tiefsten Stelle des Ozeans hat herabsinken lassen. Der Schweizer Forscher hat dabei einen Plattfisch entdeckte - ja, es gibt Leben in der Tiefsee!