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Sie drehen an winzigen Schräubchen, bedienen riesige Sägen und Fräsen, formen mit Ton, führen die Nadel, drücken den Auslöser oder bewegen die Pinsel: Im Deutschen Museum gibt es im wahrsten Sinne des Wortes immer alle Hände voll zu tun. Am Samstag, 11. Mai, können die Besucher den hauseigenen Experten dabei auf die Finger schauen. Am Tag der offenen Werkstätten geht es ab 8 Uhr bei halbstündlichen Führungen hinter die Kulissen zu Schlossern, Buchbinderinnen, Malern, Schreinern, Mechanikern und Co. Die Teilnahme ist kostenlos. Treffpunkt ist im Innenhof des Deutschen Museums.

Den Tag der offenen Tür der Werkstätten gibt es in jedem Jahr. Die Besonderheit heuer: Die Besucher können praktisch live miterleben, wie die große Sonderausstellung „Kosmos Kaffee“ entsteht, die am 3. Juli eröffnet wird. In der Modellbauwerkstatt gibt es eine sehr große Espressomaschine zu sehen, bei den Malern einen altmodischen Kaffeefilter, der aus der Küche eines Riesen stammen könnte, aber in Wirklichkeit aus Hartschaum-Teilen zusammengesetzt wurde. Und bei den Malern und Bildhauern entsteht gerade ein täuschend echter Wald von Kaffeepflanzen. „Ich bin jedes Mal sehr stolz auf die Mitarbeiter in unseren Werkstätten, wenn ich sehe, wie akribisch und detailgenau sie arbeiten. Sie liefern die extrem hohe Qualität, für die die Ausstellungen des Deutsche Museums berühmt sind“, sagt Generaldirektor Wolfgang M. Heckl. „Beim Tag der offenen Tür können sich die Gäste davon überzeugen, wie viel Detailarbeit in so einer Ausstellung steckt.“

Hier werden nicht nur Dioramen – die berühmten Schaukästen des Deutschen Museums - mit viel Liebe zum Detail in Szene gesetzt. Hier arbeitet auch ein Restaurator an der Instandsetzung einer Glasharmonika von 1800, die seit 1906 zur Sammlung des Deutschen Museums gehört.

Das Instrument besteht aus hintereinander montierten Glasglocken unterschiedlicher Größe, die früher mit einem Pedal wie dem einer Nähmaschine in Bewegung gesetzt wurden. Der Musiker spielte das Instrument, indem er seine wasserbenetzten Finger über das Glas gleiten ließ. Und in der Elektronik-Werkstatt können Demonstrationen für die neue Optik-Dauerausstellung des Deutschen Museums schon einmal vorab ausprobiert werden.

Von dieser Vielfalt können sich die Besucher am 11. Mai selbst ein Bild machen. Ab 8 Uhr gibt es halbstündlich Führungen. Auf verschiedenen Routen geht es dabei jeweils ca. eineinhalb Stunden durch die Werkstatträume. „Die Kollegen zeigen dann, woran sie gerade arbeiten und stehen auch gerne für alle Fragen zur Verfügung“, sagt Simone Bauer, die Leiterin der Werkstätten.

Für Kinder ab acht Jahren sind eigene Führungen im Angebot, bei denen sie sich selbst handwerklich betätigen können. „Dabei schauen natürlich unsere Experten den Kleinen auf die Finger, damit nichts passiert“, verspricht Simone Bauer. Treffpunkt ist auch für die Kinderaktionen der Museumshof. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Platzreservierungen für sämtliche Führungen sind am 11. Mai ab 8 Uhr vor Ort möglich.

Autor/in

Gerrit Faust

Gerrit Faust leitet die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Deutschen Museums. Als gelernter Journalist hat er von vielem ein bisschen, aber von nichts so richtig Ahnung.

Sein Tipp für einen Besuch im Deutschen Museum: Unbedingt in die Raumfahrt – schließlich träumt er immer noch von einer Astronautenkarriere. Anschließend einen Einkehrschwung in die „Frau im Mond“. Und dann noch in zwei großartig gestaltete Ausstellungen – die „Musikinstrumente“ und die „Gesundheit“.

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