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Von Angela Meincke
Bei der Depotberäumung haben wir wieder einmal eine wunderbare Entdeckung gemacht: hauchfein gearbeitete Katagami, japanische Färbeschablonen aus der Sammlung Papier- und Drucktechnik.  Wir bestaunten die filigran gearbeiteten Muster dieser zarten Blätter, die äußerst fragil erscheinen, aber wohl doch erstaunlich robust sind. Und wir lernten wieder etwas dazu.
Die Druckvorlagen sind aus mehreren Lagen handgeschöpften Maulbeerpapier mit sich kreuzendem Faserverlauf. Der Klebstoff, der die Blätter zusammenhält wurde aus den unreifen Früchten der Persimone (eine Art Khakibaum) gewonnen. Der Klebstoff verleiht den Schablonen ihre dunkle Farbe und macht sie wasserbeständig. Das Muster aus dem Papier ausgeschnitten und ausgestanzt. Die feinsten Objekte haben etwa 600 Schnitte auf zwei Quadratzentimetern. Die Konturen der Papierschablone werden mit Reispaste auf das Textil übertragen, die Fläche des Musters anschließend mit einem Pinsel oder einer Bürste eingefärbt und die Farbe mit Hilfe von Dampf fixiert. Im letzten Schritt wird die Klebreispaste wieder abgewaschen und abgebürstet.
Unsere Katagami-Muster lagen seit Jahren verborgen im Depot und sind ein weiteres Bespiel für die wunderbare Vielfalt der Sammlungen des Deutschen Museums.
Tipp: Die Sammlung des Deutschen Museums können Sie online erkunden. Das Portal Deutsches Museum Digital gibt Einblick in die mehr als 100.000 Objekte, die das Museum für zukünftige Generationen bewahrt. Nur ein Drittel davon kann ausgestellt werden.  
Alle Blogbeiträge zu den Depotfunden finden Sie in der Blogkategorie Depotfund des Monats.
Das Depot-Team besteht aus Restauratorinnen, Fotografen, technischen Mitarbeitern und einer Registrarin. Da das Ausstellungsgebäude grundlegend saniert wird, werden alle Depots auf der Museumsinsel beräumt. Das Team inventarisiert, fotografiert, konserviert und, so nötig, restauriert Exponate, bevor sie in die Außendepots gebracht werden. Das geschieht alles mit besonderer Sorgfalt - dafür stehen die Handschuhe, die zum Schutz der Objekte vom Team getragen werden. Ein besonderer Schatz oder etwas Kurioses, das dem Team Freude bereitet, wird als Depotfund des Monats im Blog vorgestellt. Dieser hier von Angela Meincke (Diplom-Restauratorin FH).

Autor/in

Beräumungsteam

18 Restauratoren, Registrars, Fotografen und Transport-Mitarbeiter des Hauses sind derzeit auf der Museumsinsel im Einsatz, um 20.000 qm Ausstellungsfläche leerzuräumen. Im Herbst 2016 beginnen die Bauarbeiten. Bevor ein Ausstellungsstück sorgfältig und sicher für den Abtransport verpackt wird, muss für die lückenlose Dokumentation sein Zustand untersucht werden. Jedes Exponat wird fotografiert, konserviert, wenn nötig restauriert. In der Reihe "Entfernte Bekannte" stellt das Team im Blog regelmäßig besondere Objekte vor. Vor der Räumung hat ein Team aus dem Sammlungsmanagement unter der Rubrik "Depotfund des Monats" kuriose Objekte vorgestellt, die bei der Räumung der Depots auf der Museumsinsel zu Tage kamen.