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Von Annette Lein
Audiotexte gesprochen, Fotos recherchiert, Plaketten geklebt, Touren abgelaufen und Lagepläne in Form gebracht. Viele einzelne Schritte auf dem Weg zur ersten App des Deutschen Museums liegen hinter uns. Als Ziel vor Augen haben wir eine einfach zu bedienende App, die Besuchern bei der Orientierung hilft, Touren vorschlägt, Exponate spannend und informativ erklärt und das tägliche wechselnde Show-Programm übersichtlich zeigt.  
Doch niemand gestaltet wohl bewusst absichtlich eine schwer verständliche, komplizierte App, die Verwirrung stiftet und langweilige Inhalte hat. Wo also liegt das Geheimnis des Erfolgs? Die Lehre sagt: Neben ausreichend Budget und zündenden Ideen muss man die Nutzerinnen und Nutzer einbinden. Da hat man als Museum einen klaren Vorteil: unsere Besucherinnen und Besucher sind täglich vor Ort und - bis auf wenige zwangsverpflichtete Ausnahmen - sehr interessiert und offen. An der Kassenschlange stieß unsere Pick-up-Line: „Nutzen Sie Apps auf dem Smartphone?“ meist auf  ein mit offener Verwunderung ausgesprochenes „Klar - Wie kann man denn KEINE Apps nutzen?“, manchmal auf ein „Nein, nur ganz wenig“, öfters auf ein „Sorry, no German“. So konnten wir mehr als 100 engagierte, interessierte Tester rekrutieren, die auf ihrem eigenen Smartphone die App im Deutschen Museum getestet haben und einen umfangreichen Fragebogen ausgefüllt haben. Ein herzlicher Dank an alle!
Erstes Fazit: Wir werden den Ablauf einer Tour verbessern und die Anzeige und Suchmöglichkeit auf dem Plan optimieren. Wir werden in einem späteren Schritt weitere Touren anbieten: kürzere und längere, thematische Touren, Kindertouren - und im Laufe der Zeit weitere Objekte aufnehmen. Den am häufigsten genannten Wunsch können wir allerdings erst 2020 erfüllen. Nach der Modernisierung lässt sich mit z.B. WLAN der eigene Standort anzeigen. 
Die App wird voraussichtlich ab Juni 2018 für iOS und Android verfügbar sein. Wir danken dem Freundes- und Förderkreis Deutsches Museum, der die Museumsapp großzügig fördert. Wenn auch Sie testen wollen oder weitere Informationen wünschen, kontaktieren Sie uns. Weitere Informationen auf deutsches-museum.de/app
Kleiner Auszug aus dem Besucherfeedback: 
WAS HAT AN DER APP GEFALLEN
- Idee vom Lageplan + Audiotexte super // - easy zu Bedienen // - zeitlich aktualisierte Veranstaltungsliste!- Zusatzinformationen, die man nirgends erlesen konnte sowie zusätzliches Bildermaterial, Farbgestaltung- Handling, Features, Stimme der Audiodateien, Länge der Audiodateien, Möglichkeiten zwischen festen Routen und individueller Gestaltung zu wählen, Bilder, Angabe, wann Führungen sind, Mach-Mit-Stationen.- Es ist einfacher u. unanstrengender Infos "erzählt" zu bekommen, als sie lesen zu müssen. Die Tourvorschläge helfen, Prioritäten zu setzen! Die App hilft dabei bereits im Vorfeld zu Hause den Besuch dieses großen Museums "vorzubereiten".- Es hat Spaß gemacht, bei den Anfängern der App dabei zu sein. 
WAS KÖNNTE MAN AN DER APP VERBESSERN
- Mehr Audiostationen- Mehrere Touren (beispielsweise auch für die jeweiligen Ausstellungen) // Bei dem Plan mehr Anhaltspunkte. // Standort angeben- Es gab so viele Optionen, dass man sich erstmal reinfinden musste. Etwas mehr Übersicht wäre erwünscht.- Aufspielen dauert zu lange- Viel zu wenig Exponate sind in der App. Informationen zu oberflächlich. Extra Kindermodus in einfacher Sprache.- Peilsender einbauen - anzeigen lassen, wo man sich im Museum befindet- Historische Touren "Antike", "Mittelalter" etc. Pärchen-Tour, Tour für einzelne Ebenen.
Annette Lein ist Projektleiterin der App und hat auch Familienmitglieder zum Testen eingespannt. Ihre größte Kritikerin, Lotta, 14 Jahre, war von der App begeistert. Museumsapps und digitale Vermittlung sind das Steckenpferd der Autorin. Ihr Lieblingsinhalt der Museumsapp: Der Urmeter und wie man im Jahr 1799 auf das Metermaß kam. (Nummer 300).

Autor/in

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Annette Lein

leitet das digitale Redaktionsteam am Deutschen Museum. Alle Neuigkeiten tickern durch das Redaktionssystem auf ihren Bildschirm. Als Germanistin und Theaterwissenschaftlerin erzählt sie im Blog gerne von den Geschichten und Menschen, die das Deutsche Museum zu dem machen, was es ist. Ihr Tipp für einen Besuch im Deutschen Museum: In der Ausstellung Meeresforschung die Tauchkugel Trieste ansehen und sich dabei vorstellen, wie sich Jaques Piccard in dieser dickwandigen Kugel gut 11 km zur tiefsten Stelle des Ozeans hat herabsinken lassen. Der Schweizer Forscher hat dabei einen Plattfisch entdeckte - ja, es gibt Leben in der Tiefsee!