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Von Sabine Pelgjer
Der Countdown läuft! Nur noch wenige Tage bis zur Eröffnung der neuen Sonderausstellung „energie.wenden“. Der Name ist Programm und das Thema brandaktuell. Denn auch für die Rettung des Erdklimas und die dauerhafte Sicherung der Energieversorgung läuft ein Countdown. Auch wenn das manche Menschen immer noch nicht wahrhaben wollen… In Deutschland wird das Thema spätestens seit der Reaktorkatastrophe in Fukushima und dem beschlossenen Atomausstieg heiß diskutiert. „Die Energiewende ist eines der großen globalen Themen des 21. Jahrhunderts. Es stellt Gesellschaft, Wissenschaft, Wirtschaft und Technik gleichermaßen vor große Herausforderungen“, sagt Wolfgang M. Heckl. Der Generaldirektor des Deutschen Museums hatte die Idee zur neuen Sonderausstellung, weil ihm viel daran liegt, diese Herausforderungen zu bewältigen.
Drei Jahre haben Experten aus den verschiedensten Fachbereichen  - von Ingenieuren und Physikern, bis zu Anthropologen und Architekten - an den „energie.wenden“ für das Deutsche Museum getüftelt. Herausgekommen ist ein völlig neues Ausstellungskonzept: Im Zentrum steht ein multimediales Rollenspiel, bei dem die Besucher selbst Entscheidungen zur Energiewende treffen. Um sich mit Hintergrundwissen und tiefergehenden Informationen zu versorgen, können sie dabei vom „Politischen Parkett“ in der Mitte des Ausstellungsraumes zu den parallel dazu gestalteten Themenräumen abbiegen. 
Dort finden sich auch die zahlreichen spektakulären Leihgaben und Exponat-Spenden, deren Ankunft wir in den vergangenen Monaten immer wieder auf unseren Social-Media-Kanälen begleiten konnten. Auf facebook konnte man dann zum Beispiel schon mal den EMP 242-Elektromotor von BMW kennenlernen oder den regelbaren Ortsnetztransformator. Und auf unserem Youtube-Kanal zeigen wir, wie der Tesla Roadster von Rafael de Mestre per Kran in den Ausstellungsraum im ersten Obergeschoss gehievt wurde. 
Das erste Energiewenden-Exponat, das unsere Besucher zu sehen bekommen, steht allerdings gar nicht in der neuen Ausstellung, sondern im Museumshof. Die Smartflower folgt dem Lauf der Sonne, faltet sich nachts zusammen und produziert bis zu 4000 Kilowattstunden Strom pro Jahr. Das ist in etwa der Jahresverbrauch eines europäischen Durchschnittshaushalts. 
Den ersten Härtetest für den „Spiel-Raum für neue Energien“ gab es diese Woche schon bei einem Presse-Rundgang. Generaldirektor Heckl und die beiden Kuratorinnen Sabine Gerber und Sarah Kellberg führten am Dienstag rund 30 Medienvertreter vorab durch die Sonderausstellung. Die große Resonanz war schon ein erstes Zeichen dafür, dass das Thema die Leute interessiert. Die Grundidee mit dem Spiel im Zentrum wurde auch gut aufgenommen. Und man konnte deutlich hören, dass hier reichlich Stoff für Diskussionen geboten wird. Ganz, wie es die Ausstellungsmacher gedacht hatten. Wie das Konzept bei den Besuchern ankommt, wird sich dann ab 15. Februar 2017 zeigen, wenn die Sonderausstellung „energie.wenden“ für alle geöffnet ist. Der Countdown läuft...
Bei der Autorin Sabine Pelgjer hat die Auswertung des Rollenspiels ergeben, dass sie ein echter „Öko“ sei. Auf ihrer Spielkarte steht: „Deine Energiewende funktioniert nur, wenn wir alle wieder im Einklang mit der Natur leben. Neben erneuerbaren Technologien sind es vor allem die bestehenden Verhaltensmuster im Energieverbrauch, die geändert werden müssen. Ganz im Sinne von „Weniger ist mehr“, muss jeder dazu verpflichtet werden, am Erfolg der Energiewende zu arbeiten.“  

Autor/in

Sabine Pelgjer

Hat nach dem Studium der Kunstgeschichte bei verschiedenen Tageszeitungen gearbeitet, zuletzt als Chefin vom Dienst bei der Münchner tz.

Ihr Tipp für einen Besuch im Deutschen Museum: Zeit mitbringen – und sich unbedingt die Ausstellung Zeitmessung in Ebene 3 ansehen. Zwischen Präzisionspendel- und  Schwarzwalduhren, Kalendervariationen und Oszillograf kann man tief in die vierte Dimension eintauchen. Und wenn das Wetter mitspielt unbedingt im Sonnenuhrengarten auf der Terrasse im sechsten Stock vorbeischauen, dann ist auch Zeit für einen traumhaften Blick über die Stadt.