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Von Annette Lein
Am 17. Oktober fällt der Startschuss zur Modernisierung des Deutschen Museums. In zwei Abschnitten wird das Museum von Grund auf erneuert. Dabei werden auch alle Ausstellungen größtenteils völlig neu gestaltet. In beiden Bauphasen bleibt jeweils mehr als die Hälfte der Ausstellungsfläche, also rund 25.000 qm geöffnet. Damit gehört das Deutsche Museum selbst während der Modernisierung zu den größten Museen für Naturwissenschaft und Technik. Die Ausstellung Luftfahrt wird in der Langen Nacht der Museen am 17. Oktober 2015 in ihrer Gänze zu sehen sein, danach wird die Neue Luft- und Raumfahrthalle saniert und die Ausstellungen aktualisiert. Da die Räumung einen großen logistischen Aufwand mit sich bringt, sind die Kollegen bereits am Werk, um die wertvollen Flugzeuge fachgerecht zu demontieren und – wenn möglich – an anderer Stelle den Besuchern zugänglich zu machen. 
Wir fragen nach bei Dr. Matthias Knopp, Leiter Hauptabteilung Ausstellungen Luft- und Raumfahrt, Schifffahrt, Kurator für Raumfahrt
Annette Lein: Welche Bereiche der Ausstellung Luftfahrt sind nach dem 17. Oktober 2015 noch zu sehen?
Die historische Luftfahrt bleibt geöffnet. Räumlich gesehen ist also die Alte Luftfahrthalle im 1. Obergeschoss weiterhin zugänglich. Da zeigen wir unter anderem Ballone, Luftschiffe und Zeppeline, den Flug in der Natur, den Beginn des „Menschenflugs“ mit Lilienthal und Wright und viele Originalfluggeräte, unter anderem den Wright Typ A aus dem Jahr 1909, das erste Serienflugzeug der Brüder Wright. Renoviert wird die sogenannte "Neue Luft- u. Raumfahrthalle", die 1984 an das bestehende alte Museumsgebäude angebaut wurde. 
Was wird dann nicht mehr zu sehen sein?
In der ersten Bauphase bis 2019 ist die Luftfahrthalle vom Erdgeschoss bis ins 2. Obergeschoss mit den Bereichen Moderne Luftfahrt und Raumfahrt nicht zugänglich. Wir werden allerdings rechtzeitig zu diesem Termin die gesamten Luft- und Raumfahrtbereiche als virtuellen Rundgang auf unserer Webseite online stellen, so dass man auch während der Sanierungsarbeiten zumindest im Internet unsere Ausstellungen sehen kann. 
Welche Highlights aus der Ausstellung Luftfahrt sind auch nach dem 17. Oktober zugänglich?
Einige der bekanntesten Flugzeug darunter der erste Militär-Jet Me 262 und das Solarflugzeug SOLAIR werden wir für die nächsten Jahre in der Flugwerft Schleißheim zeigen. Der vorführbare Flugsimulator wird in einen Raum neben den Nachbau der berühmten Steinzeithöhle von Altamira verlegt.
Die Demonstration zum Empfang von Wettersatellitendaten bleibt auch in Betrieb, wird aber für die Renovierungszeit in die Ausstellung Geodäsie verlagert. 
An welchen Ausstellungskonzepten arbeiten Sie gerade?
2019 wird die gesamt "Neue Luft-u. Raumfahrthalle" wiedereröffnet. Der Themenbereich "Moderne Luftfahrt" mit dem Schwerpunkt Zivile Luftfahrt nach 1945 wird komplett neu gestaltet. Die Historische Luftfahrt bis 1945 im 1. OG wird nur aktualisiert, wie auch die Ausstellung Raumfahrt. Diese Bereiche bleiben also im Kern bestehen.
Wie läuft die Räumung der Ausstellung ab?
Das Deutsche Museum verfügt über riesige, tonnenschwere Exponate im Bereich Luft- und Raumfahrt. Dazu gehört zum Beispiel die berühmte "Tante Ju", das Flugzeug Ju-52 aus der Zeit des Zweiten Weltkrieges, aber auch der Tragflügel des allerersten geflogenen Airbus A-300. Diese Exponate werden an Ort und Stelle staubdicht eingehaust, um sie vor den verschiedenen bautechnischen Renovierungsarbeiten zu schützen. Viele andere Flugzeuge werden großenteils zerlegt, in unser Zweigmuseum in Oberschleißheim oder in unser spezielles Depot in der Nähe von Kirchheim gebracht. Diese Arbeiten werden von unseren Spezialisten aus der Flugzeug-Werkstatt der Flugwerft Schleißheim erledigt. Die Reihenfolge der Transporte muss sehr sorgfältig geplant werden, damit alles reibungslos und schnell über die Bühne geht.

Bildergalerie: Abbau

Das Standard-Jagdflugzeug der deutschen Luftwaffe von den späten 1930er Jahren bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges war die Messerschmitt Me 109. Hier zeigen wir den Abbau des Flugzeuges, das in Kürze in unserem Zweigmuseum Flugwerft Schleißheim präsentiert wird. 

Weiterlesen:

Alles über die Modernisierung des Museums erfahren Sie auf der Webseite Auf zu neuen Welten

Autor/in

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Annette Lein

leitet das digitale Redaktionsteam am Deutschen Museum. Alle Neuigkeiten tickern durch das Redaktionssystem auf ihren Bildschirm. Als Germanistin und Theaterwissenschaftlerin erzählt sie im Blog gerne von den Geschichten und Menschen, die das Deutsche Museum zu dem machen, was es ist. Ihr Tipp für einen Besuch im Deutschen Museum: In der Ausstellung Meeresforschung die Tauchkugel Trieste ansehen und sich dabei vorstellen, wie sich Jaques Piccard in dieser dickwandigen Kugel gut 11 km zur tiefsten Stelle des Ozeans hat herabsinken lassen. Der Schweizer Forscher hat dabei einen Plattfisch entdeckte - ja, es gibt Leben in der Tiefsee!