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Freitag, 7. Dezember 2012, 13.46 Uhr: Ein ungewöhnliches Bild am Flugplatz in Oberschleißheim. Ein 2-strahliger Jet ist im Anflug auf die kleine nur 800 m lange und knapp 15 m breite Landebahn. Das Forschungsflugzeug ATTAS des Deutschen Zentrums für Luft-u. Raumfahrt (DLR) war knapp eine Stunde vorher in Braunschweig zu seinem letzten Flug in die Flugwerft Schleißheim des Deutschen Museums aufgebrochen. Das Museum erhält das Forschungsflugzeug als Geschenk des DLR für seine umfangreiche Luftfahrtsammlung. ATTAS ist das letzte funktionstüchtige Exemplar des deutschen Passagierflugzeugs VFW 614. Feuerwehren des Flughafen Münchens und der Gemeinden Ober-und Unterschleißheims, die benachbarte Bundespolizei, der Flugplatz Oberschleißheim und viele ehrenamtliche Helfer vor Ort haben diese Aktion ermöglicht.
Die Planung des letzten Fluges war eine Herausforderung, denn ATTAS musste auf dem Flugplatz Schleißheim auf einer vergleichsweise kurzen Landebahn exakt aufsetzen. "Im Anflug haben wir uns ganz auf den Moment konzentriert", sagt Testpilot Hans-Jürgen Berns. "Mit zwanzig Jahren ATTAS-Erfahrung war auch das zu meistern." Bei klirrender Kälte und aufziehenden Schneeschauern legten die beiden Piloten noch einmal eine perfekte Bilderbuchlandung hin. Mit eigener Kraft rollte das Flugzeug bis auf den Vorplatz der "Gläsernen Werkstatt" der Flugwerf Schleißheim. Die Aktion wurde zwar schon lange Zeit vorher sorgfältig geplant, wir konnten die Landung aber vorab nicht öffentlich bekannt geben, da der Start aufgrund der Wetterbedingungen nur kurfristig erfolgen konnte. Weiter ausführliche Informationen finden Sie beim DLR.
Filmausschnitte der Bundespolizei-Fliegerstaffel Oberschleißheim.

Autor/in

Matthias Knopp

ist Leiter der Hauptabteilung Luft-, Raum-, Schifffahrt und Kurator für die Ausstellung Raumfahrt. Er hat die nachweislich erste E-Mail aus dem Deutschen Museum verschickt und 1995 das Museum mit einer eigenen Webseite ins Internet gebracht. Digitalisierung und Einsatz von Medien im Museum treiben den promovierten Physiker bis heute um. Sein Tipp für einen Besuch im Deutschen Museum: Nachdem man sich bis ins 3.OG hochgearbeitet hat, einen Capuccino im Café neben den Ausstellungen Telekommunikation und Informatik bestellen und die Aussicht in die Alpen genießen.