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Erfreulicher Weise konnte Anfang Februar 2012 die Luftfahrtabteilung des Deutschen Museums Fluginstrumente des Flugzeugmusters Boeing B 707 vom Kommandeur des NATO E-3A-Verbandes, Brigadegeneral Burkhard Pototzky, übernehmen.

Die Boeing 707 wurde nicht nur als ziviles Verkehrsflugzeug von Ende der 1950er Jahre bis ca. 1980 im Langstreckendienst eingesetzt. Das Flugzeugmuster fliegt noch heute u. a. in einer militärischen Version, die allgemein besser als „AWACS“ (Airborne Warning and Control System) bekannt ist.

In der Ausstellung Luftfahrt im Haupthaus des Deutschen Museums befindet sich seit 1985 das Cockpit einer B 707-123B, das sich zurzeit in einer Grundüberholung befindet. Im Vorfeld dieser Maßnahme wurde viele Jahre lang weltweit gezielt nach originalen Ausrüstungsgegenständen „gefahndet“, um die ca. 150 noch fehlenden Cockpitinstrumente und Anzeigen zu ergänzen. Diese Suche gestaltet sich zunehmend schwieriger, da die Geräte nicht mehr gefertigt werden und daher immens teuer in der Anschaffung sind.

Im Dezember 2011 hatte der NATO E-3A-Verband sein letztes Ausbildungs- und Transportflugzeug (TCA) außer Dienst gestellt. Bei den so genannten TCA-Maschinen, die viele Jahre im Dienst der NATO flogen, handelte es sich um modifizierte Boeing 707-320C – also aus einer Baureihe, die auch im zivilen Lufttransport eingesetzt wurde. Und so konnten zivile und militärische Flugzeugbesatzungen die gleichen Simulatoren zur Ausbildung nutzen. Auch auf der NATO Air Base in Geilenkirchen stand lange Zeit ein Simulator, der zuvor der Lufthansa gehört hatte.

Einige Flugzeugteile aus diesem ehemaligen Lufthansa-Simulator konnte man später in einem neuen Simulator verbauen, andere hingegen waren eindeutig „museumsreif“. „Einfach verschrotten wollten wir diese Teile aus dem gut erhaltenen Lufthansa-Cockpit nicht“, erklärt General Pototzky. „Viel zu schade, denn die alten Original-Instrumente haben mittlerweile Seltenheitswert.“ Symbolisch überreichte er auf der NATO Air Base Geilenkirchen dem zuständigen Kurator des Deutschen Museums, Dr.-Ing. L. Dorn, ein Instrumentenpanel. Weitere Cockpit-Teile sollen später ausgewählt und dem Deutschen Museum übergeben werden. Damit ist eine solide Grundlage für die weitere Restaurierung des B 707- Cockpits geschaffen worden.

Autor/in

Matthias Knopp

ist Leiter der Hauptabteilung Luft-, Raum-, Schifffahrt und Kurator für die Ausstellung Raumfahrt. Er hat die nachweislich erste E-Mail aus dem Deutschen Museum verschickt und 1995 das Museum mit einer eigenen Webseite ins Internet gebracht. Digitalisierung und Einsatz von Medien im Museum treiben den promovierten Physiker bis heute um. Sein Tipp für einen Besuch im Deutschen Museum: Nachdem man sich bis ins 3.OG hochgearbeitet hat, einen Capuccino im Café neben den Ausstellungen Telekommunikation und Informatik bestellen und die Aussicht in die Alpen genießen.