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Der Holzhändler unseres Vertrauens weiß Bescheid. Die geeigneten Bretter (dünn, ohne Astlöcher, aus Fichte) werden fürs Deutsche Museum zurückgelegt. Nur mit dieser Holzqualität kann die zerstörerische Wirkung eines Blitzeinschlags demonstriert werden. Und da sind die Kollegen streng, die sich in den Vorführungen an der Hochspannungsanlage täglich in den Faraday’schen Käfig setzen und mit Impulsspannungen von fast einer Million Volt in zwei Millionstel Sekunden Blitzeinschläge simulieren. Ein kleines Astloch – und der Stab zersplittert nicht schön.  Gegen Ende jeder Vorführung wird gezeigt, wie der Blitz in einen Baum einschlägt. Durch die hohe Energie des Blitzes wird die im Holz enthaltene Feuchtigkeit schlagartig zum Kochen gebracht. Dabei entsteht Dampf und damit Druck, der das Holz zersplittern lässt. Die Hölzer, die dafür herhalten müssen, werden in der Schreiner-Werkstätte des Deutschen Museums hergestellt.
Anfang November kam wieder eine Fuhre Holz, daraus werden in circa zwei Wochen um die 8000 „Blitzhölzer“ hergestellt. Dazu werden die großen Bretter grob abgelängt, gehobelt und die Baumkante besäumt. Dann werden sie aufs genaue Maß abgelängt und in Streifen gesägt. Am Ende müssen in jeden Stab noch zwei unterschiedlich große Löcher gebohrt werden, an denen die Spannung angelegt wird. Die Stäbe werden ordentlich – und sehr dekorativ - gestapelt und im Holzlager des Museums aufbewahrt. Diese Arbeit fällt alle zwei Jahre an und wird von den Kollegen reihum erledigt, dieses Jahr traf es Peter Turba. Löcherbohren darf man übrigens auch im Rahmen eines Praktikums in der Schreinerwerkstatt.
  • Mehr zur Schreinerei finden Sie bei Wir über uns/Werkstätten
  • Die Vorführung an der Hochspannungsanlage können Sie auch in ganzer Länge als Film sehen.

Autor/in

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Annette Lein

leitet das digitale Redaktionsteam am Deutschen Museum. Alle Neuigkeiten tickern durch das Redaktionssystem auf ihren Bildschirm. Als Germanistin und Theaterwissenschaftlerin erzählt sie im Blog gerne von den Geschichten und Menschen, die das Deutsche Museum zu dem machen, was es ist. Ihr Tipp für einen Besuch im Deutschen Museum: In der Ausstellung Meeresforschung die Tauchkugel Trieste ansehen und sich dabei vorstellen, wie sich Jaques Piccard in dieser dickwandigen Kugel gut 11 km zur tiefsten Stelle des Ozeans hat herabsinken lassen. Der Schweizer Forscher hat dabei einen Plattfisch entdeckte - ja, es gibt Leben in der Tiefsee!