Direkt zum Seiteninhalt springen

von

"Man müsste Klavierspielen können...." - das dachte wohl schon mancher insgeheim. Und es hat etwas wirklich Erhabenes, sich vor ein Klavier zu setzen und beispielsweise Schuberts Impromptus so zum Klingen zu bringen, dass die Museumsbesucher vom vollendeten Spiel angelockt werden, das durch das zweite Obergeschoss schallt. Das durfte ich heute erleben - obwohl ich eine lausige Klavierspielerin bin. Im Deutschen Museum wurde nämlich der Raum mit den selbstspielenden und elektronischen Musikintrumenten eröffnet. Dieser Teil der Ausstellung Musikinstrumente musste umziehen und war daher einige Zeit geschlossen. Jetzt sind sie wieder zu sehen - und im Rahmen der täglich stattfindenden Führungen (um 10.30 und um 15 Uhr) teilweise auch zu hören. Den flüchtigen Klang der Musik festzuhalten, die Musik zu vervielfältigen und den Moment des Erklingens zu wiederholen - dazu gibt es seit Jahrhunderten Versuche. Die automatische Wiedergabe von Musik hat die Menschen zu allen Zeiten fasziniert. Mit Stiftwalzen, Planchetten, Kurven- oder Stiftscheiben und Lochstreifenrollen wurden verschiedene Programmträger entwickelt. Einige dieser Erfindungen können Sie nun wieder im Deutschen Museum betrachten. Und wenn bei einer der Roten-Punkt-Führungen der "Vorsetzer" in Gang gebracht wird, dann können Sie es selbst erleben: "... wer Klavier spielt, ist unerhört begehrt bei den Frau'n." Auch das Siemens Studio für elektronische Musik und das Studio von Oskar Sala geben faszinierende Einblicke in die Geschichte der Musik. Doch dazu später einmal mehr.....
Mehr zur Ausstellung Musikinstrumente Mehr zu den Rote-Punkt-Führungen
Detail des Zungenspielwerks mit automatischem Wechsel, Polyphon Musikwerke AG, Leipzig um 1900. Sie hören: Arrangement aus "Der Bettelstudent" von Karl Millöcker (1842-1899).

Autor/in

Open_Roberta

Annette Lein

leitet das digitale Redaktionsteam am Deutschen Museum. Alle Neuigkeiten tickern durch das Redaktionssystem auf ihren Bildschirm. Als Germanistin und Theaterwissenschaftlerin erzählt sie im Blog gerne von den Geschichten und Menschen, die das Deutsche Museum zu dem machen, was es ist. Ihr Tipp für einen Besuch im Deutschen Museum: In der Ausstellung Meeresforschung die Tauchkugel Trieste ansehen und sich dabei vorstellen, wie sich Jaques Piccard in dieser dickwandigen Kugel gut 11 km zur tiefsten Stelle des Ozeans hat herabsinken lassen. Der Schweizer Forscher hat dabei einen Plattfisch entdeckte - ja, es gibt Leben in der Tiefsee!