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Sonst nichts
 
Sie wachen auf. Alle gleichzeitig, ganz von alleine. Sie wurden nicht geweckt, das ist nicht nötig. Zu 50 stehen sie auf dem Übungsplatz. Doch das sind nur diejenigen aus einer Kaserne. In genau diesem Augenblick stehen sie im ganzen Land, jeder auf seinem Platz, keiner kommt zu spät.
Befehle, Disziplinierungen brauchen sie nicht, sie tun was sie wollen. Doch was sie wollen, können sie nicht bestimmen. Sie sind nicht unzufrieden damit, sie streiten sich auch nicht oder sind von Anderen genervt, solche Emotionen haben sie nicht.
Dieser Tag wird für sie wie jeder andere sein. Sie werden trainieren, sie werden Kampftechniken üben. Sie werden keine Bestrafungen oder Mahnungen bekommen, denn sie werden keine Fehler machen. Sollten sie eines Tages ihr Land verteidigen müssen, werden sie auch hierbei nichts falsch machen, keine Fehlentscheidung treffen....
 
Von Viola Kaspar, Schülerin des Pestalozzi-Gymnasiums München
 
Was passiert, wenn Menschen vermeintlich perfekte Soldaten entwickeln und klonen können? Heute um 18.30 Uhr findet in der Bibliothek des Deutschen Museums die vierte Textpräsentation der "Schreibwerkstatt Zukunftstechnologien" statt. Schülerinnen und Schüler des Pestalozzi-Gymnasiums München stellen Auszüge aus ihren Geschichten zum Thema "Der Mensch als Schöpfer" vor.
 
Freya
 
(...) Auf dem einen stand „Katalog 2123 f“, auf dem anderen stand „Katalog 2123 m“. Mit zitternden Fingern schlug sie Katalog „f“ auf. Eigentlich war Freya gut in Englisch, doch das Vorwort enthielt so viele seltsame Fachbegriffe, dass sie kaum etwas verstand. Nach einem Absatz gab sie auf und blätterte weiter. Tiefstes Entsetzen krallte sich um ihr Herz. Auf den folgenden Seiten waren Bilder zu sehen, von Frauen verschiedenster Haut- und Haarfarbe. Zwischen zwei Seiten war ein Zettel geklemmt, auf dem eine Nummer, eine Adresse und ein Preis vermerkt worden war. So viel habe ich also gekostet, dachte Freya bitter. Die Frau auf dem Bild sah ihr verdammt ähnlich, nur war sie älter. Freya schloss die Augen und klappte den Katalog zu, um dem Lächeln ihres Ebenbilds zu entgehen. Was hätten ihre Eltern getan, wenn sie nicht so aussehen würde wie die Frau auf dem Bild? Wenn sie wäre wie die anderen auch, wenn sie normal wäre? Der Gedanke, in einem Labor den Wünschen ihrer Eltern entsprechend gezüchtet geworden zu sein, machte sie krank. (...) Sophie Lutz, Schülerin des Pestalozzi-Gymnasiums München
 
In der „Schreibwerkstatt Zukunftstechnologien“ erfinden Jugendliche eigene Geschichten rund um Naturwissenschaft und Technik. Schreibanlässe bieten die im Zentrum Neue Technologien des Deutschen Museums gezeigten Exponate, Experimentier- und Dialogstationen zur Nano- und Biotechnologie. Diese Neuen Technologien werfen auch ethische Fragen auf: Darf man Menschen klonen? Wo ist die Grenze zwischen Mensch und Technik? Wollen wir den Gedächtnischip? Habt ihr auch Interesse? In den Sommerferien gibt es noch freie Plätze für unsere Workshops.

Autor/in

Open_Roberta

Annette Lein

leitet das digitale Redaktionsteam am Deutschen Museum. Alle Neuigkeiten tickern durch das Redaktionssystem auf ihren Bildschirm. Als Germanistin und Theaterwissenschaftlerin erzählt sie im Blog gerne von den Geschichten und Menschen, die das Deutsche Museum zu dem machen, was es ist. Ihr Tipp für einen Besuch im Deutschen Museum: In der Ausstellung Meeresforschung die Tauchkugel Trieste ansehen und sich dabei vorstellen, wie sich Jaques Piccard in dieser dickwandigen Kugel gut 11 km zur tiefsten Stelle des Ozeans hat herabsinken lassen. Der Schweizer Forscher hat dabei einen Plattfisch entdeckte - ja, es gibt Leben in der Tiefsee!