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Gerade findet die DLDwomen im Deutschen Museum statt. Referenten und etwa 500 Gäste beschäftigen sich in unserem Zentrum Neue Technologien mit einem Zukunftsthema in vielen Facetten: Frauen! Ich habe mir eine Session angehört, die mich auf die Lesung der Schreibwerkstatt-Autorinnen eingestimmt hat. Gibt es einen Unterschied im Konsumentenverhalten zwischen Männern und Frauen? Andrew Robertson, Werber und Chef von BBDO, plädierte für Ja und hat in seinem Eingangsstatement fünf universal gültige Unterschiede zwischen den Geschlechtern gezeigt. Dennoch: viele Unternehmen sprechen Frauen nicht wirklich an. 60% der Autokäufe in den USA werden von Frauen entschieden - doch die Werbung der Automobilindustrie richtet sich meist an die Zielgruppe Mann. Und warum denkt die PC Industrie, dass Frauen pinkfarbene Computer wollen, mit speziellen Programmen, die Gewichtsabnahme oder Ergebnisse aus dem Fitnessstudio kontrollieren? Kate Sayre, Partner bei der Boston Consulting Group, stellte einige dieser Missverständnisse - aber auch Erfolgsgeschichten vor. Ihr Buch dazu, Women want more , erscheint demnächst auch auf deutsch. Die Sitzreihen im Auditorium des Zentrum Neue Technologien waren gut gefüllt - hauptsächlich mit Frauen. Alle mit pinkfarbenen DLD Bändern, sommerlich weiß oder bunt und sehr selbstbewusst gestimmt am Coffe to go Stand, in den riesigen lila Polstermöbeln, beim Zuhören, Mitdiskutieren. So möchte man gerne glauben (und hoffen), dass jetzt tatsächlich die Dekade der Frau anbricht.  Was müssten wir als Museum machen, um gezielt Frauen anzusprechen? Mit einem Projekt ist das - und noch viel mehr - voll gelungen. An der Schreibwerkstatt haben hauptsächlich Schülerinnen teilgenommen. Gestern gab es eine Lesung, bei der wieder einige Texte vorgestellt wurden. Was passiert wenn man sich den Traummann klonen könnte? Wie fühlt sich ein Tier, das nur für Forschungszwecke geboren wurde? Was denkt eine geklonte Zelle? Würde ich Organe spenden, wenn sie mir eventuell wieder nachwachsen können? Die Geschichten waren spannend und lustig, haben aber auch großen Ernst und Lust am Fabulieren gezeigt. Bin gespannt auf mehr.

Autor/in

Open_Roberta

Annette Lein

leitet das digitale Redaktionsteam am Deutschen Museum. Alle Neuigkeiten tickern durch das Redaktionssystem auf ihren Bildschirm. Als Germanistin und Theaterwissenschaftlerin erzählt sie im Blog gerne von den Geschichten und Menschen, die das Deutsche Museum zu dem machen, was es ist. Ihr Tipp für einen Besuch im Deutschen Museum: In der Ausstellung Meeresforschung die Tauchkugel Trieste ansehen und sich dabei vorstellen, wie sich Jaques Piccard in dieser dickwandigen Kugel gut 11 km zur tiefsten Stelle des Ozeans hat herabsinken lassen. Der Schweizer Forscher hat dabei einen Plattfisch entdeckte - ja, es gibt Leben in der Tiefsee!