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Von Magdalena Brunner Normalerweise findet man mich im Gläsernen Forscherlabor, wo ich den Kurs „Wissenschaftler sein für einen Tag“ betreue oder den Besuchern die Arbeit der Wissenschaftler, die im Nanobereich forschen, erkläre. Vor kurzem war ich auf meiner ersten Konferenz. Dort sollte ich einen Vortrag über das Gläserne Forscherlabor halten... auf Englisch. Es war schon ganz schön aufregend!  Insgesamt sind 600 Teilnehmer aus der ganzen Welt nach Nancy gereist, um sich über Wissenschaftskommunikation auszutauschen und mögliche Strategien zu entwickeln, um die Schere zwischen Gesellschaft und Wissenschaft zu verkleinern. Viele Teilnehmer arbeiten in Museen oder Science Center, um den Besuchern die Ausstellungsstücke zu erklären. Andere stellen Exponate her und stehen in ständigem Kontakt mit den Wissenschaftlern, die etwas ausstellen wollen und den Besuchern, die es im Museum verstehen sollen. Während den vier Tagen auf der Konferenz wurde schnell klar, dass es oft an der Art der Kommunikation liegt, wenn die Schere zwischen Gesellschaft und Wissenschaft besonders groß ist. Nur wenige Forscher können ihr Fachgebiet mit einfachen Worten erklären. Somit geht am normalen Bürger oft vorbei, woran geforscht wird und welche neuen Entdeckungen es gibt. Hier kommt die Wissenschaftskommunikation ins Spiel, bei der Menschen zwischen Wissenschaft und Nicht-Wissenschaftler dolmetschen
Auf der Konferenz gab es längere Vorträge von internationalen Experten, die u.a. Fragen zur Wissenschaftskommunikation in den skandinavischen Ländern beantworteten. Auch dort fehlt wissenschaftlicher Nachwuchs. Um die Wissenschaft den jüngeren Menschen nahezubringen, wurden Science Festivals ins Leben gerufen. Eine Attraktion auf dem Festival ist z.B. ein Riesenrad, in dem in jeder Gondel ein Wissenschaftler sitzt, der dem Fahrgast etwas über Biologie, Nanotechnologie oder Geologie erzählt. Ist die Fahrt vorbei, kann man in die nächste Gondel steigen. 
In dem Workshop zum Thema „Museum, Science Center und Wissenschaftskommunikation“ habe ich meinen Vortrag
über das Gläserne Forscherlabor im Deutschen Museum gehalten. Das Labor befindet sich im Zentrum Neue Technologien. Hier arbeiten Forscher an Halbleiterstrukturen im Nanobereich. Jeder kann vorbeikommen, den Wissenschaftlern bei der Arbeit über die Schulter schauen oder Fragen stellen. Die Chancen und Möglichkeiten, die sich daraus für die Wissenschaftler und die Besucher ergeben, habe ich in meinem Vortrag vorgestellt. Dass die Zuhörer interessiert waren, merkte ich an den Fragen. Eine Teilnehmerin wollte wissen, ob die Wissenschaftler, die dort arbeiten, nur zur Show da sind oder ob sie auch Veröffentlichungen schreiben müssen. Da das Gläserne Forscherlabor zu der TUM und der LMU gehört und somit einem echten Universitätslabor entspricht, müssen die Forscher regelmäßig Veröffentlichungen über ihre Arbeit schreiben.
Gelernt habe ich bei der Konferenz, dass es neue Wege der Kommunikation braucht, damit die Forscher mit den Bürgern ins Gespräch kommen können. Das kann die gezielte Ansprache in unserem Labor sein oder über die neuen Kommunikationswege laufen, wie Twitter beispielsweise. Wer weiß, vielleicht kann man dem Gläsernen Forscherlabor bald auf Twitter folgen?
Magdalena Brunner, 22, ist Praktikantin für Wissenschaftskommunikation im Gläsernen Forscherlabor und studiert Lehramt an der LMU München. Hier sieht man sie bei der Arbeit im Gläsernen Forscherlabor. 

Autor/in

Gastblogger

Immer wieder schreiben Gäste im Blog - Informationen zu diesen Autorinnen und Autoren finden sich im jeweiligen Beitrag. Als Gastblogger schrieben in letzter Zeit: <link 12873 - internal-link-new-window "Opens internal link in new window">Jutta Schlögl</link> war als Physik-Ingenieurin im Bereich Technische Entwicklung tätig und ist seit 2007 wissenschaftliche Mitarbeiterin des Deutschen Museums. Sie leitet das Projekt Experimentier-Werkstatt.Dorothea Föcking ist Hamburger Abiturientin und macht ein zweimonatiges Praktikum im Vorbereitungsteam der Sonderausstellung "Anthropozän". Ihr Tipp für einen Besuch im Deutschen Museum: Bei einem Museumsbesuch sollte man unbedingt Halt in der <link 81 - more>Pharmazie-Ausstellung</link> machen, um in das Innere der riesigen, gemütlichen Zellnachbildung zu schauen.