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Patricia spielt Orgel in der evangelischen Kirche in Schongau. Dabei fiel ihr auf, dass die Instrumente meist im Winter bei kalten Temperaturen und an Tagen wo schwüle Luft herrscht, verstimmt sind. Bei "Jugend forscht" wollte sie schon seit drei Jahren mit einem Projekt dabeisein. Dazu hat sie erst Pantoffeltierchen beobachtet, ist dann aber - nach Versuchen mit Schlamm in ihrem Zimmer und leider verstorbenen Tierchen - auf die Sache mit dem Orgelklang gestoßen. "Schallwellen an der Orgel - Wie werden die Tonfrequenzen von Orgelpfeifen durch Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Luftdruck beeinflusst?" heißt das Projekt, das sie beim Regionalwettbewerb von Jugend forscht im Fabchereich Physik vorgestellt hat, der vom 26. bis 29. März im Deutschen Museum stattgefunden hat. Patricia Breunig hat mir imponiert. Sie weiß, was sie machen will und ist schon entschieden, im nächsten Jahr das Studium der Physik an der Ludwig-Maximilians-Universität in München zu beginnen. Dort kann man sich nämlich auf Astronomie spezialisieren. Die 16-jährige hat in den Ferien eine Woche lang kosmische Teilchenstrahlung an der Uni in Erlangen erforscht und sich damit für einen "Arbeitsaufenthalt" im CERN qualifiziert. Aber auch andere Projekte fallen auf. Da wäre zum Beispiel die Stirnlampe, die ihre Energie nur durch die Temperaturdifferenz zwischen warmer Stirn und kalter Luft bezieht. Oder die durchaus praktische Forschungsfrage: Nie mehr Ekel beim Händeschütteln mit Leuten, die vorher die Toilette besucht haben. Schön auch die Erforschung eines "Holundersektrezepts meiner Uroma". Fotogen: der Bau eines autarken Zeppelins von einem Team des Gymnasium Türkheims.
  • Webseite zum Landeswettbewerb Bayern 2012 von Jugend forscht 

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Annette Lein

leitet das digitale Redaktionsteam am Deutschen Museum. Alle Neuigkeiten tickern durch das Redaktionssystem auf ihren Bildschirm. Als Germanistin und Theaterwissenschaftlerin erzählt sie im Blog gerne von den Geschichten und Menschen, die das Deutsche Museum zu dem machen, was es ist. Ihr Tipp für einen Besuch im Deutschen Museum: In der Ausstellung Meeresforschung die Tauchkugel Trieste ansehen und sich dabei vorstellen, wie sich Jaques Piccard in dieser dickwandigen Kugel gut 11 km zur tiefsten Stelle des Ozeans hat herabsinken lassen. Der Schweizer Forscher hat dabei einen Plattfisch entdeckte - ja, es gibt Leben in der Tiefsee!