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Nicht nur auf der Museumsinsel wird derzeit saniert und erneuert - auch in der Flugwerft Schleißheim, unserem idyllisch gelegenen Luftfahrtmuseum, wird gebaut. 2012 feiern wir dort 20-jähriges Jubiläum und rechtzeitig zum Fest bekommt das Museum eine neue Dachhaut. Die Textilfolie auf dem Dach der 1992 eröffneten neuen Ausstellungshalle hat eine Lebensdauer von rund zwei Jahrzehnten und muss nun dringend ausgetauscht werden. Mit der Erneuerung ist auch eine Innovation verbunden: Künftig wird eine in die Dachhaut integrierte Solaranlage Strom produzieren. Die Solarzellen sind bei dieser Spezialanfertigung bereits in die Folie integriert, die als Dachhaut auf die metallene Trägerkonstruktion aufgebracht wird. Mit einer Spitzenleistung von 78 Kilowatt/Peak soll die Anlage rund 73.400 Kilowattstunden jährlich an Strom erzeugen, der nicht ins Netz eingespeist, sondern gleich in der Flugwerft verbraucht wird. Die Solaranlage wird jährlich 65 Tonnen Kohlendioxidausstoß bei konventioneller Energiegewinnung vermeiden, rund eine Million Euro werden investiert.

Fünf Fragen an Gerhard Filchner, den Betriebsleiter der Flugwerft Schleißheim

Frage 1: Im vergangenen Jahr hatte das Museum eine Stromrechnung über 330.000 Kilowattstunden. Wofür braucht die Flugwerft diese Menge Strom?

Gerhard Filchner: Benötigt wird der Strom für die Beleuchtung der Räume, aber auch der Vitrinen, den Antrieb der Hallenbelüftungsanlage, für den Antrieb von Werkzeugmaschinen in der Flugzeug-Werkstatt, für die Überwachungsanlagen, für die Arbeitsplatz-Computer der Mitarbeiter...
Frage 2: Wie kam man auf die Idee, Solarzellen in die textile Folie einzubauen?

Gerhard Filchner: Das Dach wurde vor etwa 25 Jahren konstruiert, als an die Anwendung der Photovoltaik noch nicht gedacht wurde. Es ist daher nicht für die aufgeständerte Befestigung der Solarmodule ausgelegt, wie man es kennt. Die Solarzellen sind eigentlich nicht in die Folie integriert, sondern sie werden bereits vor dem Verlegen auf die Folie aufgeklebt. Es ist die einzige Möglichkeit, auch Foliendächer für die Stromerzeugung zu nutzen.

Frage 3: Wann geht die Anlage in Betrieb?

Gerhard Filchner: Im Juli 2011 geht es los.


Frage 4: Bekommen die Besucher etwas von den Bauarbeiten mit?

Gerhard Filchner: Die meisten Arbeiten finden außen auf dem Dach statt, daher bekommt der Besucher kaum etwas mit. Durch die Ausstellungshalle werden die Stromleitungen von den Solarzellen auf den Dach zu den Wechselrichtern im Keller gelegt, wo der Strom in das vorhandene Netz eingespeist wird.

Frage 5: Wie feiert die Flugwerft ihr Jubiläum nächstes Jahr?

Gerhard Filchner: Nicht nur die Flugwerft feiert Jubiläum sondern auch der Flugplatz Schleißheim, auf dem wir angesiedelt sind. Dieser wurde vor 100 Jahren gegründet. Über das Jahr verteilt werden zahlreiche Sonderveranstaltungen stattfinden mit Vorträgen, Sonderausstellungen, Lesungen und Konzerten. Als Höhepunkt ist im Juli 2012 ein Aktionswochenende geplant mit historischen Flugzeugen, Autos, Kostümen, Musik aus den ersten Jahrzehnten des Flugplatzes Schleißheim, um an diese Zeit zu erinnern. Mehr zur Flugwerft finden Sie auf unserer Webseite.

Autor/in

Gastblogger

Immer wieder schreiben Gäste im Blog - Informationen zu diesen Autorinnen und Autoren finden sich im jeweiligen Beitrag. Als Gastblogger schrieben in letzter Zeit: <link 12873 - internal-link-new-window "Opens internal link in new window">Jutta Schlögl</link> war als Physik-Ingenieurin im Bereich Technische Entwicklung tätig und ist seit 2007 wissenschaftliche Mitarbeiterin des Deutschen Museums. Sie leitet das Projekt Experimentier-Werkstatt.Dorothea Föcking ist Hamburger Abiturientin und macht ein zweimonatiges Praktikum im Vorbereitungsteam der Sonderausstellung "Anthropozän". Ihr Tipp für einen Besuch im Deutschen Museum: Bei einem Museumsbesuch sollte man unbedingt Halt in der <link 81 - more>Pharmazie-Ausstellung</link> machen, um in das Innere der riesigen, gemütlichen Zellnachbildung zu schauen.